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Chirurgie 1. Juli 2006

Lebertransplantation Organallokation zwischen Child und MELD

Die Lebertransplantation hat sich in den letzten Jahren als effektivste Therapie für akute und chronische Lebererkrankungen mit ausgezeichneten Langzeitergebnissen etabliert. Zu Beginn der Transplantationsära wurden die Organe auf Basis der Wartezeit zugeteilt. Als die Anzahl der für eine Transplantation gelisteten Patienten kontinuierlich anstieg, wurde die Einführung eines speziellen Allokationssystems nach der jeweiligen Dringlichkeit des einzelnen Patienten notwendig. Die Patienten wurden in einzelne Dringlichkeitsstufen, je nach Art der Hospitalisierung, Schweregrad der Lebererkrankung, bestimmt durch den Child-Turcotte-Pugh-Score und bestehenden Komplikationen der Leberzirrhose, wie Aszites, Varizenblutungen, maligne Transformation, eingeteilt. In den meisten Ländern Europas, wie auch in Österreich, ist dieses Allokationssystem nach wie vor in Verwendung. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde im Februar 2002 auf ein neues Allokationssystem umgestellt, welches auf dem Model for End-stage Liver Disease (MELD) Score beruht. Zahlreiche Publikationen zeigten, dass diese Umstellung zwar zu einer geringen Senkung der Mortalitätsrate auf der Warteliste führte, aber auch, dass der MELD-Score Schwachpunkte aufweist und Verbesserungen notwendig erscheinen. Es bestehen daher berechtigte Zweifel, dass der MELD-Score dem Child-Turcotte-Pugh-Score in der Organallokation überlegen ist. Daher muss das optimalste Zuteilungssystem von Leberorganen noch gefunden werden.

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