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3D-Drucker liefern detailgetreue Organnachbildungen, an denen Chirurgen trainieren können.
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3D-Drucker liefern detailgetreue Organnachbildungen, an denen Chirurgen trainieren können.

 
Chirurgie 9. März 2015

Selbst ist der Arzt

Nieren zum Üben und Penisprothesen für den Mann aus dem 3D-Drucker.

Noch lassen sich zwar keine lebensfähigen Organe ausdrucken, aber individuelle Modelle von solchen. An diesen können Chirurgen komplizierte Operationen planen. Auch maßgeschneiderte Prothesen aus dem 3D-Drucker sind bereits möglich.

So manch einer mag sich zwar noch am Kopf kratzen, wozu ein 3D-Drucker nützlich sein soll, doch nicht wenige sehen in solchen Geräten eine technische Revolution. In China druckt eine Firma derzeit ganze Häuser inklusive Möbel aus – in erster Linie natürlich deren Bestandteile wie Wände und Steine. Das Verfahren soll schneller gehen und wesentlich billiger sein als der konventionelle Hausbau.

Ähnliche Motive bewegen auch Urologen, wenn sie von der 3D-Technik schwärmen. Statt Häuser stehen natürlich Nieren, Hoden und Blasen auf dem Wunschzettel. Diese sollen zwar nicht in jedem Fall den Patienten implantiert werden, aber sie könnten gerade Chirurgen bisher ungeahnte Möglichkeiten bieten. Was alles bereits möglich ist oder demnächst möglich sein soll, haben urologische Chirurgen um Angela Yu vom Imperial College in London soeben in einem kurzen Artikel beschrieben ( Yu AW et al. Int J Urol. 2015 Feb 12 ).

Ureterschiene und laparoskopische Instrumente ausgedruckt

Die Ärzte nennen als Beispiel Experimente mit ausgedruckten Nieren. So hatten Forscher versucht, das tumorbefallene Organ eines Patienten möglichst detailgetreu als Modell mit einem 3D-Drucker nachzubauen – inklusive eines genauen Abbilds der Blutgefäße. Anhand des Modells konnten die Ärzte dann die Roboter-gestützte Entfernung des Nierenzellkarzinoms planen und üben. Die 3D-Drucktechnik, sagt Yu und Mitarbeiter, bietet damit auch noch wenig erfahrenen Chirurgen die Möglichkeit, an einem naturgetreuen Modell Eingriffe zu üben. Zudem kann an dem individuellen Modell auch den Patienten der Eingriff besser erläutert werden.

In einem anderen Experiment hatten Forscher eine Harnleiterschiene und laparoskopische Instrumente wie einen Trokar gedruckt und im Tierversuch geprüft. Sie konnten damit erfolgreich einen Eingriff bei Schweinen bewerkstelligen.

Nicht zuletzt sehen die Chirurgen um Yu auch bei Implantaten gute Chancen für dreidimensionale Druck-Erzeugnisse. So ließen sich künstliche Hoden maßgeschneidert anfertigen und auch bei Penisimplantaten könnten Urologen individuell auf die Wünsche der Männer eingehen und diese entsprechend drucken. Sie dürften im Vergleich zu Penisimplantaten von der Stange die Zufriedenheit der Patienten erhöhen. Bei Geschlechtsumwandlungen erhoffen sich die Chirurgen ebenfalls Unterstützung von der neuen Technik. Letztlich so schreiben sie, „wird der 3D-Druck kein vorübergehendes Phänomen sein, sondern fast jeden Aspekt der urologischen Chirurgie transformieren.“

springermedizin.de, Ärzte Woche 11/2015

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