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Nach der Erweiterung des Kehlkopfs können die Kinder zu sprechen lernen.
 
Chirurgie 3. Jänner 2014

Endlich sprechen können

Neue OP-Methode verhilft Kindern mit Kehlkopfvernarbung zu normaler Sprachentwicklung

Besonders bei frühgeborenen Kindern, die nach der Geburt lange mittels Luftröhrenschnitt und Kanüle künstlich beatmet werden, kommt es nicht selten zu Schädigungen der Luftröhre und des Kehlkopfs. Die in der Folge entstehenden narbigen Verengungen machen eine normale Sprachentwicklung unmöglich. Mit einer neuen Therapieform kann diesen Kindern nun geholfen werden. An der Medizinischen Universität Wien wird diese Methode seit Ende vergangenen Jahres als erster Einrichtung in Österreich angeboten. Die ersten sechs Kinder wurden bereits erfolgreich behandelt.

Bisher werden derartige Eingriffe in nur wenigen Krankenhäusern durchgeführt. Möglich wurde die Einführung der Behandlungsmethode an der Medizinischen Universitätsklinik Wien durch eine Kooperation der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie, unter Leitung von Prof. Walter Klepetko und der Klinischen Abteilung für Phoniatrie der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, unter Leitung von Prof. Wolfgang Bigenzahn.

Mit finanzieller Unterstützung des Wiener Krankenanstaltenverbunds konnte Prof. Phillip Monnier von der Universitätsklinik Lausanne, einer der weltweit wenigen Spezialisten auf diesem Gebiet, für eine Woche nach Wien kommen. Während dieser Zeit wurden insgesamt sechs Kleinkinder im Alter von eineinhalb bis drei Jahren durch das Wiener Team unter Anleitung von Monnier operiert. Alle Kinder waren seit ihrer Geburt über ein Tracheostoma künstlich beatmet worden, wodurch ihre Kehlköpfe deutlich verengt waren. In einem hochspezialisierten chirurgischen Eingriff wird der Kehlkopf gespalten und geweitet, der Zwischenraum wird mit aus einer Rippe gewonnenem Knorpelgewebe geschlossen. Sämtliche Operationen verliefen komplikationslos. Nach Einheilen der eingesetzten Rippenknorpel sind nun alle Kinder von ihrer Kanüle in der Luftröhre befreit, können wieder normal über den erweiterten Kehlkopf atmen und mit ihrer Sprachentwicklung beginnen.  

 

MedUniWien/ki, springermedizin.at

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