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:  Hohes Infektionsrisiko bei orthopädischen Operationen verursacht hohe Kosten  Photo: © Klaus Rose
Hohes Infektionsrisiko bei orthopädischen Operationen verursacht hohe Kosten.
 
Chirurgie 11. September 2013

Postoperative Wundinfektionen

Verbreitetes und teures Problem bei orthopädischen Eingriffen.

Postoperative Wundinfektionen nach orthopädischen Operationen stellen europaweit ein erhebliches Problem dar. Der Erfolg des orthopädischen Eingriffs wird dadurch schwer beeinträchtigt und die Komplikationen stellen für den Patienten eine schwere Belastung dar. Anlässlich des Europäischen Orthopädiekongresses EFORT 2013 im vergangenen Juni in Istanbul wies die Initiative „Sicherheit im OP“ auf das hohe Risiko hin.

Implantationen eines künstlichen Gelenksersatzes sind ein beträchtliches Risikogebiet für postoperative Infektionen: Bei Hüft- und Schulterprothesen kommt es in ein bis zwei Prozent der Fälle zu einer postoperativen Infektion, bei Knieersatz-Eingriffen in zwei bis drei Prozent, bei Knöchel-OPs liegt die Rate bei vier Prozent und bei Ellenbogen-Eingriffen bei zehn Prozent, berichtete Dr. Oliver Borens, Universitätsklinik Lausanne.

Steigende Infektionsrate nach Wirbelsäulen-OPs

Die Raten postoperativer Infektionen (SSI) bei Wirbelsäulen-Eingriffen sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich angestiegen, wie eine Studie am St. Olavs Krankenhaus der TU Trondheim zeigte. Verglichen wurde der Zeitraum 1994 bis 1997 mit dem Zeitraum 1999 bis 2010. Während im ersten untersuchten Zeitabschnitt bei zwei Prozent der Wirbelsäulen- Patienten SSI verzeichnet wurden, hatte sich dieser Anteil im Untersuchungszeitraum 1999 bis 2010 bereits auf 6,1 Prozent erhöht, berichteten die Studienautoren. Mögliche Erklärungen seien ein Anstieg von SSI-Risikofaktoren bei Patienten wie Diabetes, Übergewicht oder das Alter, aber auch „Veränderungen in der OP-Umgebung“.

Hohe Folgekosten

Vor ökonomischen Konsequenzen der Entwicklung warnte Borens: „Die Folgekosten durch eine postoperative Infektion können bis zu zehnmal so hoch sein wie die Operation selbst.“ Der Prävention komme daher besondere Bedeutung zu: „Die Faustregel ist: Eine Minute Infektionsprophylaxe verhindert eine Stunde Infektionsbehandlung. Das Bewusstsein dafür wächst, muss aber noch in den Köpfen aller Beteiligten ankommen.“

Referenz

  1. Quellen: Presseinformation Initiative „Sicherheit im OP“
  2. Referenz: EFORT Instructional Lecture: Risk factors for postoperative infection; SIOP Abstract 13-5416: Increasing rates of postoperative infections after spine surgery

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