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Chirurgie 1. Dezember 2006

Laparoskopische kolorektale Chirurgie

GRUNDLAGEN: Unter Benützung der neuen Literaturdaten wurde diese Studie zur Darstellung der aktuellen Trends in der laparoskopischen Kolorektalchirurgie durchgeführt. METHODIK: Diese Arbeit stellt die aktuelle Meinung über die laparoskopische Kolorektalchirurgie dar. Das Ziel ist die Wiedergabe ausgewählter aussagekräftiger Outcome-Studien in der Zeit von 1996 bis 2006. Es wurde jedoch keine systematische Darstellung der bestehenden Evidenz bei derzeit verfügbarer Literatur vorgenommen. ERGEBNISSE: Die aktuelle Literatur zeigt eindeutig die Möglichkeit der erfolgreichen laparoskopischen Behandlung sowohl der unkomplizierten als auch der komplizierten Divertikulitis. Bei der generellen Anwendung der Laparoskopie zur Durchführung einer totalen Kolektomie bei Colitis ulcerosa zeigen sich jedoch zahlreiche Faktoren weiterhin als Barrieren. Andererseits wird über die breite Akzeptanz der Laparoskopie bei der Therapie des Morbus Crohn berichtet. Ebenfalls bei der Therapie des full-thickness Prolaps des Rektums wird die laparoskopische Vorgehensweise aufgrund der gleich hohen Rezidivrate wie bei der offenen Technik ebenfalls akzeptiert. Randomisierte kontrollierte Studien haben bewiesen, dass die laparoskopische Therapie des Kolonkarzinoms der offenen Chirurgie gleich zu setzen ist. Die laparoskopische Durchführung der tiefen anterioren Resektion bei tiefsitzendem Rektumkarzinom ist weiterhin umstritten. Aus technischer Sicht ist die abdominoperineale Amputation mit totaler mesorektaler Resektion ebenfalls laparoskopisch durchführbar. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Chirurgen mit besonderen laparoskopischen Fähigkeiten sollten die laparoskopische Vorgehensweise bei der Therapie der benignen Dickdarmerkrankungen in ihre Überlegungen einbeziehen. Die laparoskopische Therapie der malignen Kolorektaltumore sollte für in der laparoskopischen Chirurgie speziell ausgebildete Chirurgen reserviert bleiben. Diese Eingriffe sollten im Rahmen eines Überwachungsprogramms der klinischen Resultate erfolgen, um mindestens mit den Qualitäten der offenen Chirurgie vergleichbare Ergebnisse erzielen zu können.

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