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Chirurgie 3. Juni 2013

Schädel-Hirn-Trauma

Gedächtnistests als Hilfe.

Gedächtnistests können auch die Gedächtnisleistung von Personen verbessern, die ein schweres Schädel-Hirn-Trauma (SHT) erlitten haben, wie eine Studie mit SHT-Patienten und einer Kontrollgruppe aus gesunden Probanden belegt.

Frühere Arbeiten haben gezeigt, dass Gedächtnistests positive Effekte für gesunde Erwachsene haben. Und dies gleich in zweierlei Hinsicht: Zum einen können Gedächtnistests das langfristige Einprägen von bereits erlerntem Material fördern (rückwärts gerichteter Effekt der Tests). Zum anderen verbessern die Tests die Fähigkeit, neues Material künftig im Gedächtnis zu behalten (vorwärts-gerichteter Effekt der Tests).

Pastötter und Bäuml der Universität Regensburg wollten vor diesem Hintergrund klären, ob auch Erwachsene mit einem erlittenen schweren Schädel-Hirn-Trauma (SHT) in ähnlicher Weise wie gesunde Erwachsene von Gedächtnistests profitieren können. Für die Studie wurden 24 Personen mit schwerem SHT und 12 gesunde Versuchspersonen untersucht. Alle Teilnehmer erlernten während des Versuchs – nacheinander – drei Bild-Wort-Itemlisten in Erwartung eines finalen Erinnerungstests. Zwischen den Lernphasen wurden die Probanden entweder sofort getestet oder nicht.

Keine Unterschiede

Die Resultate der Untersuchung (B. Pastötter et al. Using testing to improve learning after severe traumatic brain injury. Neuropsychology, doi: 10.1037/a0031797; 2013) belegen, dass das sofortige Testen zwischen den Itemlisten das langfristige Behalten aller drei Itemlisten im finalen Erinnerungstest verbessert. Insbesondere unterschieden sich sowohl bei den rückwärts-gerichteten als auch bei den vorwärts-gerichteten Effekten von Tests Personen mit schwerem SHT nicht von den gesunden Kontrollpersonen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wiederholtes Testen die Gedächtnisleistung von Personen mit schwerem SHT verbessern kann.

Universität Regensburg , Ärzte Woche 23/2013

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