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Foto: UUM
Prof. Dr. Georg Kähler Leiter der zentralen Interdisziplinären Endoskopie, Universitätsmedizin Mannheim
 
Chirurgie 13. Juni 2012

Keine Schnitte statt kleine Schnitte

In Mannheim wurden weltweit erstmals Ovarien durch den Magen entfernt.

„Der Vorteil dieser Methode ist, dass weder ein großer Bauchschnitt noch kleine Inzisionen an der Bauchhaut notwendig sind. Es bleiben also keine sichtbaren Narben zurück“, sagt Prof. Dr. Georg Kähler, Leiter der zentralen Interdisziplinären Endoskopie, Universitätsmedizin Mannheim.

 

Kähler ist darauf spezialisiert, bei operativen Eingriffen natürliche Körperöffnungen zu nutzen. Er hat schon mehrere Blinddärme entfernt, indem er mit Endoskopen über Speiseröhre und Magen in den Bauchraum vordrang.

Hauterkrankung bei der Patientin

Im konkreten Fall war es nicht unbedeutend, einen ungewöhnlichen Zugangsweg zu den Eierstöcken zu suchen. Der Gynäkologe Dr. Amadeus Hornemann erklärt: „Neben einer erblich bedingten hohen Wahrscheinlichkeit, einen bösartigen Ovarialtumor zu entwickeln, leidet die Patientin an einer Hauterkrankung, die nahe legt, die Haut nicht durch einen operativen Schnitt zu verletzen.“

Dass der Zugang durch den Magen nicht medizinischer Experimentierfreude entspringt, sondern in verschiedenen chirurgischen Fachgebieten einen hohen Patientennutzen haben kann, bekräftigt Kähler: „Die Magenwand ist dünner und dehnbarer als die Bauchhaut, und weil es sich um eine Schleimhaut handelt, verheilt dort eine Operationswunde schneller.“

Operative Premiere

„Diese Vorgehensweise ist derzeit noch ausgesprochen selten, und die Eierstöcke wurden weltweit noch nie auf diese Weise entfernt“, ergänzt Hornemann. „Aber die Entwicklung geht dahin, den natürlichen Körperöffnungen künftig eine größere Aufmerksamkeit bei neuen Operationsmethoden zu schenken.“ Die Medizingeschichte könnte ihm Recht geben, denn: „Als vor drei Jahrzehnten minimal-invasive Eingriffe immer gängiger wurden, hat die Fachwelt dies durchaus kritisch betrachtet. Heute ist solch eine Operation absoluter Standard in der Medizin.“

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