zur Navigation zum Inhalt
 
Chirurgie 6. Juni 2012

ÖGC 2012 aktuell: Chirurgie im Wandel der Zeit

Österreichische Gesellschaft für Chirurgie tagt in Salzburg.

Eine rasante Entwicklung in der Medizintechnik, die bessere Behandlung schwer heilender Wunden nach einem Eingriff, immer älter werdende Patienten: Der 53. Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC) vom 7. bis zum 9. Juni 2012 in Salzburg widmet sich den aktuellen Herausforderungen des Fachs. Unter dem Titel "Chirurgie im Wandel der Zeit - Tradition und Paradigmenwechsel" wird in 499 Vorträgen drei Tage lang über die Entwicklung der Chirurgie in den vergangenen zwei Jahrzehnten und die Perspektiven für die Zukunft diskutiert werden. Rund 1.000 Chirurgen aus dem In- und Ausland werden erwartet.


"Die Halbwertszeit von medizinisch-technischen Gerätschaften beträgt heute laut einer Studie 2,3 Jahre", betonte ÖGC-Präsident Prof. Dr. Hans-Werner Waclawiczek von der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg am Dienstag in einem Pressegespräch. "Wer etwa bei der Anschaffung neuer Gerätschaften zögert, kauft sozusagen einen alten Hut." Allerdings sei den immer präziser und kleiner werdenden Instrumenten eine Reihe von Fortschritten geschuldet.

Fortschritte in der chirurgischen Krebstherapie


Durch den Einsatz endoskopischer und minimal-inversiver Verfahren würden Heilungschancen verbessert und die Heilungszeit verkürzt, zumal habe es in der chirurgischen Krebstherapie in jüngster Zeit enorme Fortschritte gegeben: "Bei Lebermetastasen bei Dickdarm-Karzinomen hat sich die Überlebenschance binnen weniger Jahre vervielfacht", betonte Dietmar Öfner-Velano, Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg. "Heute liegt hier die Überlebenschance nach fünf Jahren bei 30 Prozent, früher bei nur drei Prozent." Das sei nicht nur besseren Instrumenten geschuldet, sondern auch der besseren Abklärung vor einer Operation. "In einem Tumor-Board wird von Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Chirurgen ein individueller Therapieplan festgelegt, wo vor einer Operation zuerst oft noch eine Strahlen- oder Chemotherapie zum Einsatz kommt."

Behandlung der Operationswunde

Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses widmet sich nicht nur dem Eingriff an sich, sondern der Wundbehandlung danach. "Schlimm ist, wenn es zu Wundheilungsstörungen wie schweren Entzündungen etwa nach Durchbrüchen im Bauchraum kommt", betonte Jörg Hutter, Erster Oberarzt der Universitätsklinik für Chirurgie Salzburg. Dazu würden heute mit der sogenannten Unterdrucktherapie Wunden in kürzester Zeit zum Abheilen gebracht. "Wir arbeiten dabei mit Folien und Schwämmen, die in die Wunde eingelegt werden und wo über ein Sog-System Blut, Sekret und Bakterien abgesaugt werden."

Chirurgie bei alten Menschen


Eine zusätzliche Herausforderung der Zukunft hat demografische Gründe: "Wir haben es zunehmend mit sehr alten Patienten zu tun. Ich habe erst kürzlich eine Gallenblasen-Operation an einer Patientin vorgenommen, die 101 Jahre alt war", berichtete Hutter. Er sprach sich wie seine beiden Kollegen auch entschieden gegen eine Diskriminierung alter Patienten bei Eingriffen aus: "Alter darf heute nicht das Kriterium sein, ob operiert wird oder nicht."

http://www.chirurgie-ges.at

Die Österreichische Gesellschaft für Chirurgie ist eine wissenschaftliche Dachgesellschaft mit 19 assoziierten Gesellschaften wie Neurochirurgie oder Unfallchirurgie mit über 5.000 Mitgliedern.

 

PA ÖGC/IS, springermedizin.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben