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Chirurgie 1. März 2012

Defekte Brustimplantate: 100 Österreicherinnen haben sich gemeldet

Bis Ende Februar konnten sich Betroffene wegen eines gemeinsamen Vorgehens gegen den französischen Hersteller Poly Implant Prothese (PIP), und seinen Versicherer an den Verein für Konsumenteninformation (VKI) wenden. In der kommenden Woche werden die Frauen über die nächsten mögliche Schritte von der Verbraucherschutzorganisation informiert, sagte VKI-Juristin Ulrike Wolf.


Kliniken im Ausland


Der Großteil der Betroffenen ließ sich die Implantate in tschechischen Kliniken einsetzen, meist wurden die Eingriffe über deutsche Agenturen organisiert, sagte Wolf. Zwei Frauen wurden in Österreich operiert, andere wiederum in Ungarn, Großbritannien, Argentinien oder in der Ukraine. "Das sind aber eher Ausreißer." Geprüft werde nun, ob wirklich alle PIP-Implantate eingesetzt bekamen, das dürfte aber laut Juristin der Fall sein.


Musterprozess angestrebt


Eine Sammelklage nach österreichischem Recht ist zwar nicht möglich, jedoch können sich Frauen dem Strafverfahren gegen PIP und deren leitende Angestellte als Geschädigte anschließen. Weiters gibt es die Möglichkeit, von der Haftpflichtversicherung von PIP, der Allianz, Ersatz zu verlangen. Der VKI denkt daher in diesem Fall an Musterprozesse, um die Einwendungen der Versicherung exemplarisch zu klären.


Das Problem dabei ist, dass so ein Musterprozess viel Zeit in Anspruch nehmen kann und in der Zwischenzeit die Ansprüche anderer Betroffener verjähren. Mittels Vereinbarung mit der Versicherung soll das verhindert werden. Auch eine außergerichtliche Einigung mit der Allianz wäre möglich.

  • Frau Renate Steiner, 14.03.2012 um 10:35:

    „Für alle Interessierten, morgen mittag von 11-12h gibt es einen Chat mit Prim. Hintringer, einem österreichischen Spezialisten zum Thema Brustimplantate auf vielgesundheit.at.“

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