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Fotos (2): Herz-Jesu Krankenhaus GmbH, Wien
Der stählerne OP-Saal dockt an der Außenfassade des zweiten Stockwerks an.

Noch im September soll der Operationssaal einsatzbereit sein.

 
Chirurgie 30. August 2011

Kommt ein OP-Saal geflogen ...

Zum ersten Mal in Österreich wurde ein Operationssaal an eine bestehende Hausfassade angekoppelt.

In den kommenden Jahren finden am Herz-Jesu-Krankenhaus in Wien umfangreiche Umbauarbeiten statt. Nun wurde ein ungewöhnlicher Weg gefunden, um währenddessen den Operationsbetrieb aufrecht zu erhalten.

 

Am 19. August bot sich nächtlichen Passanten in Wien-Landstraße ein ungewöhnliches Bild: Um zwei Uhr in der Früh wurde eine rund 70 Tonnen schwere OP-Raumzelle angeliefert und platziert.

Die Zelle war zuvor im Werk in Cadolzburg, Deutschland, fast vollständig zusammengebaut worden: Bereits bei der Anlieferung beinhaltete der Operationssaal unter anderem Türen, Fenster, Decken-, Wand- und Bodenbeläge sowie sämtliche Installationen und Leuchten.

In drei Portionen wurde der OP mit speziellen Tiefladern transportiert. Zu Mittag versetzte dann ein Autokran die einzelnen Komponenten auf eine Stahlbeton-Konstruktion in fünf Metern Höhe.

Nach Abschluss der Platzierung begannen die umfangreichen Innenarbeiten. Es erfolgen derzeit noch Installations-, Technik- sowie Montagearbeiten. So wandelt sich derzeit ein Stahl-Container zu einem modernen OP-Saal mit allem Drum und Dran.

Die besonderen Herausforderungen der Anlieferung lagen, wie in einer Mitteilung des Krankenhauses erklärt wird, in den zahlreichen Straßenbaustellen, in der Belastbarkeit der Wiener Donaubrücken und in den Kurvenradien der Straßenkreuzungen bis in die Rabengasse.

„Die Platzierung dieser OP-Raumzelle erfolgte direkt über einer befahrenen Straße. Dabei wurden weder der Verkehr noch Fußgänger behindert“, zeigt sich die leitende Architektin Lieselotte Peretti zufrieden. Dr. Marcel John, Geschäftsführer des Krankenhauses ergänzt: „Mit dieser einzigartigen Lösung garantieren wir für unsere Patienten bereits während des umfangreichen Krankenhaus-Umbaus die Erweiterung des OP-Betriebs.“

Der Operationssaal wird voraussichtlich bereits gegen Mitte September in Betrieb genommen. Nach dem Ende der Umbaumaßnahmen am Herz-Jesu-Krankenhaus im Jahr 2017 soll der Anbau wieder entfernt werden.

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