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Chirurgie 1. Juli 2011

Reduktion des perioperativen Risikos – interdisziplinäre pharmakologische Ansätze

HINTERGUND: Die demographische Bevölkerungsentwicklung hat zur Folge, dass chirurgische Eingriffe bei einer größeren Anzahl von Patienten mit komplexen Begleiterkrankungen durchgeführt werden. Die perioperative Morbidität wird auf Grund dieses geänderten Risikospektrums hauptsächlich durch kardiale und respiratorische Komplikationen bestimmt. METHODEN: In dieser Übersichtsarbeit werden pharmakologische Ansätze der perioperativen kardiovaskulären Risikoprotektion (einschließlich der Auswirkungen rückenmarksnaher anästhesiologischer Regionalverfahren und der Erhaltung der Normothermie) auf das kardiale Outcome chirurgischer Patienten behandelt. Die einzelnen Kapitel sind folgendermaßen strukturiert: Pathophysiologie – Bekannte Studien – Neue Evidenz – Leitlinien/Empfehlungen. ERGEBNISSE: Es werden zunehmend innovative Konzepte wie die fast-track Chirurgie und neue pharmakologische Behandlungsstrategien eingesetzt, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Hierbei handelt es sich um die medikamentöse Kardioprotektion, neue Strategien der Antikoagulation und Antiaggregation sowie um Behandlungspfade für die postoperative Schmerztherapie. SCHLUSSFOLGERUNG: Diese Konzepte beinhalten einen interdisziplinären Ansatz mit der strikten Kollaboration zwischen operativen Disziplinen und nicht-chirurgischen Disziplinen wie Innere Medizin, Kardiologie und Pharmakologie. Eine bereits bestehende Therapie mit Beta-Blockern oder anderen wahrscheinlich kardioprotektiven Medikamenten wie α2-Agonisten und Statinen sollte perioperativ weitergeführt werden. Die Beurteilung des Gesamtrisikos vor größeren Operationen sollte durch das mit dem Eingriff verbundene Risiko und den klinischen kardiologischen Zustand des Patienten erfolgen. Ansonsten könnten Nebenwirkungen einer potentiell effektiven Therapie deren Nutzen überwiegen. So sollte eine perioperative Therapie mit Beta-Blockern, wie kürzlich gezeigt, einem definierten Kollektiv von Hochrisiko-Patienten vorbehalten bleiben.

Matthias Bock, Christian J. Wiedermann, Johann Motsch, Gerhard Fritsch, Markus Paulmichl, Wiener klinische Wochenschrift 13/14/2011

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