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Chirurgie 20. März 2009

Rechtzeitig messen schützt vor dem Reißen

Wettbewerb zu perfekten Fäden für chirurgische Nähte.

Vor hundert Jahren wurde die industrielle Fertigung von sterilem Nahtmaterial eingeführt. Aber auch heute sind Innovationen möglich, wie ein internationaler Wettbewerb der B. Braun AG eindrucksvoll zeigte. Die Ärzte Woche stellt diesmal die Entwicklung des Zweitplatzierten der drei heimischen Sieger von „The Future of Suture“ vor: das Tensiometer von Dr. Heinrich Schubert von der Universitätsklinik für plastische und Wiederherstellungschirurgie an der MedUni Innsbruck.

Gesucht wurden Nahtmaterialien und Methoden, die das Reißen von chirurgisch genähtem Gewebe oder der Nähte verhindern. Schubert nahm sich des Problems der oft massiven Folgeschäden durch Risse der zu nähenden Strukturen an. Diese können bei durchtrennten Nerven oder Blutgefäßen, aber auch beim Durchführen von Darm- oder Sehnennähten auftreten. Die Stümpfe müssen beim Zusammennähen durch eine erste Naht angenähert und fixiert werden, an der anfangs der gesamte Zug lastet.

Schäden können das Endergebnis negativ beeinflussen – etwa, wenn es zu einer Thrombose durch Endothelschäden am Gefäß kommt, oder wenn durch Bindegewebsbildungen Nervenleitungsstörungen auftreten.

Vermeidung von Überlastungen

Das von Schubert entwickelte Tensiometer ist eine Art Federwaage zum Messen der Kräfte, die in der Chirurgie beim Verbinden von Strukturen auftreten (siehe Abb.). Im Fall einer zu hohen Zuglast kann der Operateur rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um die zu verbindenden Organe etwa durch Gefäß- oder Nerveninterponate näher aneinander zu bringen. Der Mehraufwand der Messung der Zuglast während des Arbeitsablaufs ist gering. Der Prototyp wurde bereits erfolgreich im Tierversuch getestet und die Ergebnisse im British Journal of Plastic Surgery und Journal of Trauma publiziert.

 

www.sutures-bbraun.de

Von Inge Smolek, Ärzte Woche

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