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Foto: Szabo/UKJ
Prof. Dr. Utz Setzmacher und Prof. Dr. Felicitas Eckoldt haben den Lebertumor der kleinen Sona gänzlich ohne Transfusionen entfernen können.
 
Chirurgie 15. Juni 2011

Lebertumor bei Kleinkind ohne Transfusion entfernt

Aus religiösen Gründen wurde bei einem 16 Monate alten Mädchen kein Fremdblut verwendet.

Chirurgen des Universitätsklinikums Jena (UKJ) haben einem Kleinkind einen großen Lebertumor entfernt – und das ganz ohne Bluttransfusion. Die Mediziner nahmen damit Rücksicht auf die religiösen Ansichten der Eltern.

 

Mit einer ausgedehnten Operation haben die Chirurgen des Universitätsklinikums Jena einen bösartigen Lebertumor bei einem Baby entfernt. Der Eingriff bei dem 16 Monate alten Mädchen aus Tschechien erfolgte gänzlich ohne Transfusion. Kinder- und Allgemeinchirurgen standen dabei gemeinsam im Operationssaal, um den vom Krebs zerstörten Teil der Leber zu entfernen.

Das Kind gehört der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas an, die jegliche Fremdblutgaben ablehnen. Darauf mussten sich die Ärzte vor der Operation bereits einstellen. „Das erfordert von uns Chirurgen ein sehr filigranes Arbeiten mit dem Ultraschallskalpell, das mit einem Wasserschall schneidet“, erklärt Prof. Dr. Felicitas Eckoldt, Direktorin der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Jena. „Das Ziel dabei ist, die Blutungen minimal zu halten. Das heißt, Gefäße müssen schnell erkannt und verschlossen werden, was bei einem Baby natürlich noch höhere Ansprüche an unser Können stellt als bei einem Erwachsenen.“ Die Kinderchirurgin, stand gemeinsam mit dem Leberexperten Prof. Dr. Utz Settmacher, Direktor der UKJ-Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, im Operationssaal.

Im Falle der kleinen Sona aus Tschechien handelte es sich zudem um einen großen Tumor in einer sehr kritischen, von vielen Blutgefäßen durchzogenen Körperregion. Die Operation verlief erfolgreich, der Tumor konnte vollständig entfernt werden. Sona, die inzwischen nach Hause zurückgekehrt ist, hat gute Chancen, gesund zu werden. „Sie wird anschließend eine Chemotherapie erhalten, und wir sind sehr optimistisch, dann den Krebs dauerhaft besiegt zu haben“, sagt Settmacher.

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