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Chirurgie 1. April 2011

Die minimal invasive Operation der Mitralklappe beim älteren Patienten

GRUNDLAGEN: Die minimal invasive Operation der Mitralklappe ist heute eine bewährte Alternative zur konventionellen Operation durch mediane Sternotomie. Trotzdem bleibt unklar, inwieweit die objektiven Vorteile von Kosmetik, Blutverlust, Intensivstations- und Krankenhausaufenthalt sowie Wiederaufnahme der Arbeit auch bei älteren Patienten zum Tragen kommen oder vielleicht durch zusätzliche Komplikationen mit erhöhter Morbidität und Mortalität aufgewogen werden. Darüber hinaus bleibt die Frage ungeklärt, ob diejenigen Erkrankungen, welche bei älteren Menschen vorwiegend gefunden werden, mit der minimal invasiven Methode überhaupt angegangen werden können. METHODIK: Patienten über 75 Jahre, die in unserer Anteilung von 2001–2009 eine minimal invasive Mitralklappenoperation erhalten hatten, wurden hinsichtlich Operationsart (isolierte Mitralklappenoperation oder Kombination mit Trikuspidalklappenoperation oder Vorhofsablation bei Vorhofflimmern), perioperative Mortalität und intraoperativen Komplikationen untersucht. Die Ergebnisse werden der neueren Literatur gegenübergestellt. ERGEBNISSE: Von 2001 bis 2009 wurden von insgesamt 253 minimal invasiven Mitralklappenoperationen 30 % bei Patienten über 70, 14 % über 75 und 4 % über 80 Jahre durchgeführt. Die Mortalität betrug 1,3 % bei den älteren Patienten, gegenüber 0,8 % in der Gesamtpopulation. Der Anteil von Klappenersatzoperationen war bei den älteren Patienten gleich wie bei den jüngeren (11 % vs. 12,4 %). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Anders als der Aortenklappenersatz werden minimal invasive Mitralklappenoperationen nur in einem relativ kleinen Prozentsatz bei älteren Patienten durchgeführt. Auf Grund unserer Ergebnisse können minimal invasive Operationen jedoch auch bei älteren Patienten mit ausgezeichneten Ergebissen durchgeführt werden. Daten aus der rezenten Literatur bestätigen diesen Schluss. Eine Verminderung des chirurgischen Traumas führt auch bei älteren Patienten nicht nur zu verbesserten kosmetischen Ergebnissen, sondern ist auch sicher.

L. C. Müller, H. Hangler, J. Kilo, E. Ruttmann-Ulmer, M. Grimm, European Surgery 2/2011

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