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Chirurgie 21. Jänner 2011

Tod nach 6. Brust-Vergrößerung

Die 23-jährige Cora, die durch ihre Teilnahme an der zehnten Staffel "Big Brother" bekannt wurde, ist tot. Einmal mehr wird deshalb der "Facharzt Ästhetische Chirurgie" für Österreichs Plastische Chirurgen gefordert, um Fälle wie diese hier zu Lande zu verhindern.

Cora gab alles, um nach dem großen Hype ein Star zu bleiben und nicht in Vergessenheit zu geraten. Zu ihren Träumen zählte auch ein großer Busen. Dafür nahm sie sechs Brust OPs auf sich und wollte bei einer Körpergröße von 1,57m und 47kg auf die Extrem-Körbchengröße 70 G kommen.

„Das hat nichts mehr mit Ästhetischer Chirurgie zu tun – das ist Wahnsinn“, zeigt sich der Wiener Schönheitschirurg Dr. Wolfgang Metka schockiert. Wie deutsche Medien berichten, ist die junge Frau einem Herzstillstand erlegen. Es war zu schweren Komplikationen gekommen, der Blutdruck sank stetig und die Körperfunktionen setzten nach und nach aus. Gegen die Anästhesistin und den Chirurgen wird nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt – es soll eine Obduktion geben.

Das EKG-Gerät soll während der Operation defekt oder sogar falsch angeschlossen worden sein. Den Ärzten droht laut Medienberichten bis zu 10 Jahren Haft. Eine Ferndiagnose sei schwierig, so Metka, man weiß ja auch nicht, ob Cora nicht auch Wachstumshormone bzw. andere Medikamente genommen hat und dies den Ärzten verschwiegen hat.

Über die Anzahl von Schönheits-Operationen in Österreich gibt es keine genauen Zahlen – Insider sprechen allerdings von rund 50.000 Eingriffen jährlich. Parallel dazu steigt aber auch die Anzahl jener Ärzte, die Ästhetische Chirurgie anbieten, ohne wirklich dafür ausgebildet zu sein und die entsprechenden OP-Techniken zu beherrschen. In Österreich erlaubt das Gesetz jedem Arzt, Schönheitsoperationen durchzuführen, da die Bezeichnung „Schönheitschirurg“ nicht geschützt ist.

Ob alle Ärzte die dafür notwendigen Techniken tatsächlich beherrschen, bleibt laut Dr. Metka dahingestellt: „Ich fordere seit Jahren den 'Facharzt für Ästhetische Chirurgie' als qualitätsprüfendes – und sicherndes Kriterium. Der Fall Cora ist tragisch – ihr Tod hätte vielleicht verhindert werden können.“

Presseaussendung/red

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