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Chirurgie 27. Oktober 2010

Rekonstruktion im Kommen

Ästhetisch-chirurgische Eingriffe sind in den USA rückläufig.

Möglicherweise begünstigt durch die globale Wirtschaftskrise, ist die Anzahl ästhetisch-chirurgischer Operationen in den USA um neun Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig legten sowohl die rekonstruktiv-chirurgischen Eingriffe wie auch die Handchirurgie als weitere Säule der plastisch-ästhetischen Chirurgen deutlich zu.

 

Die globale Wirtschaftskrise im Jahr 2009 hat in den USA zu einem Rückgang der kosmetisch-chirurgischen Eingriffe um neun Prozent geführt. Der 2010 Report of the 2009 National Clearinghouse of Plastic Surgery Statistics belegt, dass der Rückgang ästhetisch-chirurgischer Eingriffe von einem Anstieg um fünf Prozent der rekonstruktiven Operationen in den USA begleitet ist. Über die letzte Dekade sind ästhetisch-chirurgische Eingriffe um 69 Prozent gestiegen, um 99 Prozent minimal-invasive Verfahren.

Minimal-invasive Verfahren

Botulinum-Toxin-A-Injektionen haben mit 4,8 Millionen Eingriffen einen Rückgang um vier Prozent im Vergleich zu 2008 erlebt.

Bei Fillerinjektionen dagegen ergab sich mit sieben Prozent ein Zuwachs auf 1,7 Millionen Eingriffe. Sowohl das chemische Peeling mit neun Prozent Zuwachs auf 1,1 Millionen Eingriffe als auch die Mikrodermabrasio mit acht Prozent Zuwachs auf 910.000 Eingriffe legten zu.

Ästhetische Chirurgie

Die Mammaaugmentation ist im dritten Jahr konsekutiv die mit 289.000 Eingriffen am meisten nachgefragte ästhetisch-chirurgische Prozedur mit einem Rückgang um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auf den folgenden Plätzen folgen die Rhinoplastik mit 256.000 Eingriffen (dies entspricht einem Minus von acht Prozent gegenüber dem Jahr 2008), Blepharoplastik mit 203.000 Eingriffen (ein Minus von acht Prozent gegenüber 2008), die Liposuktion mit 198.000 Eingriffen (ein Minus von 19 Prozent gegenüber 2008) und die Abdominoplastik mit 115.000 Eingriffen (ein Minus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Rekonstruktive Chirurgie auf dem Vormarsch

Tumorentfernungen und die Defektrekonstruktion waren mit 3,9 Millionen Eingriffen mit einem Zuwachs von fünf Prozent die wesentliche rekonstruktiv-chirurgische Prozedur in den USA.

Die Oberflächenwiederherstellung nach Verletzungen (332.000 Eingriffe, ein Plus von acht Prozent), die Narbenkorrektur (171.000 Eingriffe, ein Plus von fünf Prozent), die Handchirurgie (110.000 Eingriffe, ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2008) und die kraniofasziale Chirurgie mit 90.000 Eingriffen (ein Zuwachs von fünf Prozent) folgen als wesentliche rekonstruktive Maßnahmen.

Die Brustrekonstruktion steht bereits auf Platz sechs der rekonstruktiven Maßnahmen, wenngleich laut ASPS-Präsident Michael McGuire 70 Prozent der Kandidatinnen für eine Brustrekonstruktion nicht alle Optionen des Brustwiederaufbaus bekannt seien.

 

Der vollständige Report kann abgerufen werden unter: www.plasticsurgery.org/Media/Statistics.html

 

Der Autor ist leitender Oberarzt an der Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover und Mitglied der American Society of Plastic Surgeons (ASPS).

Von PD Dr. Karsten Knobloch, Ärzte Woche 43 /2010

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