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Chirurgie 1. August 2010

Transfer hepatotroper Adenoviren: ein innovatives in vivo Simulationsmodell in der Ratte

GRUNDLAGEN: Die bisher bekannten in vivo Modelle für den adenoviralen Transfer sind geprägt durch eine zeitliche Limitierung der Substanzapplikation, eine fehlende Zielorganselektion und eine, unter Umständen, methodisch bedingte artifizielle Läsion des Zielorgans durch den Versuchsaufbau selbst. Daher war das Ziel dieser experimentellen Studie ein Leberzirkulationsmodell, welches die vorbeschriebenen Nachteile umgeht, zu entwickeln und zu beschreiben.

METHODIK: Es wurden männliche Lewis-(RT1)-Ratten mit einem Körpergewicht von 120 g verwendet (n = 8). Hierbei wurde nach medianer Laparotomie in Isofluran-Inhalationsnarkose und Exposition von Tr. coeliacus und infrahepatischen V. cava inferior zunächst die rechte V. renalis punktiert, gefolgt vom simultanen Clamping der Aorta abdominalis der Aa. lienalis, gastrica sinistra et gastroduodenalis und kontinuierlicher Applikation von Testsubstanz (Methylenblau) über eine Tropfinfusion in die punktierte V. renalis.

ERGEBNISSE: Hierbei zeigte sich eine deutliche zyanotische Koloritänderung der Leber, im Gegensatz zur Anfärbung der übrigen abdominellen Organe, entsprechend der isolierten Applikation der Testsubstanz in die Leber. Die nach 30 Minuten photometrisch bestimmte Extinktion der suspendierten Leberbiopsien ergab dort eine maximale Anreicherung von Methylenblau (0,890–2,300 mM); demgegenüber zeigte sich keine Extinktion in den anderen suspendierten Geweben.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Es handelt sich somit um ein reproduzierbares, reversibles und technisch relativ einfaches Modell zur semiselektiven in vivo Testsubstanz?applikation in die Leber. Theoretisch ist somit zugleich ein in vivo adenoviraler Transfer zytoprotektiver oder auch chemotherapeutischer Substanzen in die Leber möglich.

E. Matevossian, V. Assfalg, A. Novotny, D. Reim, Ch. Schmaderer, H. D. Kern, J. Nährig, D. Doll, N. Hüser, European Surgery 4/2010

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