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Chirurgie 1. August 2010

Klinische Vorzüge der Sprayapplikation von Fibrinklebern mit einem gewinkelten Sprühkopf zur Fixation von Herniennetzen

GRUNDLAGEN: Die Art der Fibrinkleber (FS)-Applikation trägt wesentlich zu den Vorzügen dieser Methode, um Herniennetze zu fixieren, bei. Obwohl in zahlreichen Studien belegt werden konnte, dass die punktförmige Applikation von FS ausreichende Festigkeiten und Elastizität gewährleistet, erschien die Sprayapplikation von FS als wesentliche Verbesserung. Diese Studie sollte die Sicherheit und den Anwendungskomfort eines neuartigen FS-Spraysystems mit abgewinkeltem Sprühkopf in einer 1-jährigen klinischen Anwendungsbeobachtung testen.

METHODIK: Nachdem die schriftliche Zustimmung eingeholt wurde, wurden bei 27 Patienten 33 primäre Leistenhernien in TAPP-Technik versorgt. Das makroporöse TiMesh (GfE, Deutschland) wurde mit 2 ml FS (Tissucol®) mittels eines neuartigen Spraysystems mit abgewinkeltem Sprühkopf fixiert. Der Sprühkatheter kann über einen 5 mm-Trokar eingeführt werden und verfügt über eine separate CO2-Zufuhr. Der Beobachtungszeitraum war 1 Jahr.

ERGEBNISSE: Die Bedienung des Spraysystems war einfach und ergonomisch zufriedenstellend, und es wurden keine Komplikationen im Zusammenhang mit dessen Anwendung beobachtet. Der Sprühkegel des FS war gut sichtbar, und es wurden keine Serome gefunden. Die Patienten entwickelten keinen chronischen Schmerz, und es kam innerhalb des einen Jahres zu keinem Rezidiv. 2 ml für unilaterale bzw. 4 ml FS für bilaterale Hernien waren ausreichend.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Das neuartige Spraysystem mit abgewinkeltem Sprühkopf stellt eine klare Verbesserung gegenüber den bisher erhältlichen Fixationsmethoden dar. Die Anwendung ist einfach und ermöglicht eine erhebliche Reduktion der zur Netzfixation notwendigen FS-Menge. Eine Reduktion der Rate der Serome sowie eine Kostensenkung erscheinen so möglich.

R. H. Fortelny, A. H. Petter-Puchner, Z. Khakpour, C. May, K. Mika, K. S. Glaser, H. Redl, European Surgery 4/2010

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