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Chirurgie 1. August 2010

Notfalleingriffe bei Dünn- und Dickdarmintussuszeption im Erwachsenenalter

GRUNDLAGEN: 90 % aller Fälle mit Intussuszeption (ITSS) im Erwachsenenalter werden sekundär durch andere pathologische Veränderungen verursacht, welche insbesondere im Kolon häufig maligne sind. Die klinischen Symptome sind oft unspezifisch mit chronischem Verlauf, akute Fälle mit der Notwendigkeit einer Notfall-Operation sind jedoch nicht selten. In diesen Fällen ist das Resektionsausmaß nicht klar definiert.

METHODIK: Retrospektive Analyse aller erwachsenen Patienten, welche aufgrund einer akuten ITSS im Zeitraum von 1999 bis 2009 an der Universitätsklinik für Chirurgie/Salzburg stationär aufgenommen wurden.

ERGEBNISSE: Eine akute ITSS führte bei 12 Patienten innerhalb von 24 Stunden zu einer Notfall-Operation. 7 Patienten (58,3 %) waren männlich, das mittlere Alter betrug 49,9 Jahre (22–79). Eine ITSS bestätigte sich intraoperativ in allen Fällen. 7 Patienten (58,3 %) hatten eine ITSS des Dünndarms und 5 (41,6 %) eine colicale ITSS. Eine Resektion wurde in 10 Fällen (83,3 %) durchgeführt, bei 2 Patienten (16,7 %), einer in jeder Gruppe, wurde die Invagination ohne Resektion nach definitivem Ausschluss einer Malignität reduziert. Eine pathologische Läsion als Ursache der ITSS wurde in vier Fällen der interenterischen ITSS (57,1 %) und in vier Fällen der colicalen ITSS (80 %) nachgewiesen, welche in 14,3 % beziehungsweise 60 % maligne war. Die en-bloc-Resektion folgte den onkologischen Prinzipien bei allen Patienten außer einem mit Morbus Crohn. Der postoperative Verlauf gestaltete sich in allen Fällen komplikationslos und 11 Patienten (91,7 %) sind in einem medianen Beobachtungszeitraum von 5,5 Jahren beschwerdefrei.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die en-bloc-Resektion ist in Notfallsituationen sicher durchführbar. Eine onkologische Resektion sollte bei allen Patienten mit ITSS des Kolons angestrebt werden.

B. Franz, C. Rabl, D. Neureiter, D. Öfner, K. Emmanuel, European Surgery 4/2010

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