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Chirurgie 8. April 2010

Wundspülung - Update 2010

Über den Nutzen und die Unverzichtbarkeit von Wundreinigung und Wundspülung besteht in Fachkreisen eine einheitliche Meinung. Bezüglich „womit“ und „wie“ gehen die Meinungen jedoch auseinander.

 

Da nur saubere Wunden heilen können und die Wundreinigung unter anderem vor Anfertigung aussagekräftiger Fotos und vor Entnahme eines Wundabstriches wichtig ist, kommt der Auswahl der dafür verwendeten Flüssigkeiten eine immer größere Bedeutung zu.

2010 zur Wundspülung abzulehnen sind unter anderem Ethanol (Schmerz), Wasserstoffperoxydlösung (aggressiv), Ethacridinlactatlösung (Verfärbung) und Glukoselösung (Resorption).

Der Vortrag stellt die verschiedenen geeigneten Wundspüllösungen unter fachlichen Aspekten wie Physiologie, Verträglichkeit, Temperatur, mikrobiologische Eignung und der Verbrauchsfristen nach Anbruch vor und vergleicht sie z. B. unter wirtschaftlichen Aspekten. So sollten zur Reinigung und Spülung von Wunden grundsätzlich möglichst physiologische Sterillösungen zum Einsatz kommen. Neben NaCl 0,9% und Ringerlösung bietet der Markt hier etliche „konservierte“ Produkte wie Prontosan®-Wundspüllösung, Lavanid®-Lösung 1 oder 2 und Lavasorb®-Lösung sowie neu Octenilin®-Spüllösung.

Das Thema Leitungswasser zur Wundspülung wird kontrovers diskutiert. Da die Trinkwasserverordnung (TWV) zwar weder Escherichia coli noch Enterokokken oder Pseudomonas aeruginosa erlaubt, ansonsten aber mit zugelassenen bis zu 102 KBE/Keimen pro ml (bei 22 °C) alles andere als steril ist, kommt nur mit geeigneten Methoden der Sterilfiltration die nötige Keimfreiheit zustande, die zur Anwendung in Wunden gefordert wird. Aktuell stehen stationär und ambulant bezahlbare Sterilfilter (0,2 µm) von verschiedenen Firmen zur Verfügung (z. B. Aquafree, Pall).

Jüngste Gerichtsentscheidungen in Deutschland haben deutlich gezeigt, dass unzeitgemäße Methoden/Produkte in der Wunde und ungenügende Aufklärung des Patienten juristisch geahndet werden können.

Zur Person
Werner Sellmer
Fachapotheker für klinische Pharmazie
Vorstandsmitglied Wundzentrum Hamburg e.V.
Wilstedter Weg 22a
22851 Norderstedt
Deutschland
Fax: ++49/40/529 010 89
E-Mail:

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