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Chirurgie 1. Jänner 2010

Lymphadenektomie beim kolorektalen Karzinom: Macht es einen Unterschied?

GRUNDLAGEN: Die Frage der adäquaten Lymphadenektomie wird beim kolorektalen Karzinom seit mehreren Generationen ohne abschließendes Ergebnis diskutiert.

METHODIK: Übersichtsarbeit auf der Grundlage einer selektiven Literaturausarbeitung.

ERGEBNISSE: Unsere Leitlinien empfehlen die radikale En-bloc-Resektion des tumortragenden Darmabschnitts mit zentraler Ligation der zugehörigen Gefäße, obwohl evidenz-basierte Studien fehlen. Die Resektion beinhaltet die systematische Lymphadenektomie des Lymphabflussgebiets entlang der zuführenden Blutgefäße und die No-Touch Technik. Die Lymphknotendissektion bestimmt das Ausmaß der Darmresektion, welche in Abhängigkeit der Tumorinfiltrationstiefe (pT) 5–10 cm proximalen und distalen Resektionsabstand beinhalten sollte. Der Lymphknotenstatus (pN) repräsentiert einen der wichtigsten Prognosefaktoren. Die Zahl resezierter Lymphknoten sowie des Lymphknotenquotienten ermöglicht ein noch detaillierteres Tumorstaging und eine präzisere Abschätzung der Prognose. Die Angabe der Gesamtzahl resezierter Lymphknoten kann durch den Chirurgen, den Patienten sowie den Pathologen erheblich beeinflusst werden. Schlussfolgerungen: Neue Studien zeigen, dass nur eine kleine Gruppe der Patienten einen Prognosevorteil durch die radikale Lymphadenektomie beim kolorektalen Karzinom besitzen. Da wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt diese Untergruppe prä- oder intraoperativ nicht identifizieren können, sollte weiterhin eine radikale Lymphadenektomie durchgeführt werden.

R. Rosenberg, M. Maak, U. Nitsche, M. Shibayama, K. P. Janssen, R. Gertler, H. Friess, European Surgery 1/2010

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