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Chirurgie 1. Jänner 2010

Leberabszess durch Eikenella corrodens, Prevotella meloninogenica und Lactobacillus spp.

GRUNDLAGEN: Leberabszesse sind seltene Komplikationen bei Patienten, welche sich einer Pankreatektomie unterziehen. Eikenella corrodens ist ein Gram-negatives Stäbchen, welches bei Patienten mit Sepsis und Endokarditis isoliert wurde.

METHODIK: Wir berichten über einen Patienten, welcher 3 Monate nach Pankreatektomie und Polychemotherapie einen Leberabszess entwickelte. Drei untypische Erreger wurden nach Abszessdrainage isoliert. Bislang in der Literatur beschriebene Fälle von Leberabszessen mit Beteiligung dieser seltenen Erreger wurden zusammengefasst.

ERGEBNISSE: Der 8 cm große Leberabszess wurde erfolgreich perkutan drainiert und Eikenella corrodens, Prevotella melaninogenica, and Lactobacillus spp. wurden aus dem Punktat isoliert. Die antibiotische Therapie umfasste initial Piperazillin/Tazobactam gefolgt von Ertapenem, und es kam innerhalb von 4 Wochen zur vollständigen Abheilung der schweren Infektion. Der Großteil bislang in der Literatur beschriebener Leberabszesse mit Beteiligung dieser Erreger wurde mittels perkutaner Drainge und gezielter antibiotischer Therapie erfolgreich behandelt. Eikenella corrodens (n = 10) and Prevotella (n = 8) wurden typischerweise bei polymikrobiellen Infektionen isoliert, während Lactobacillus (n = 6) Leberabszesse häufig monomikrobiell waren.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Patienten, welche sich einer Pankreasresektion unterziehen und eine Chemotherapie erhalten, haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Seltene Krankheitsbilder wie Leberabszesse und seltene Erreger wie Eikenella corrodens sollten differentialdiagnostisch in Erwägung gezogen werden. Bei entsprechend frühzeitiger Erkennung und adäquater Behandlung können diese Komplikationen durchaus erfolgreich behandelt werden.

H. J. R. Bonatti, J. Stauffer, N. Turan, H. Goegele, C. D. Sifri, K. Martin, R. Hinder, J. H. Nguyen, European Surgery 1/2010

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