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Chirurgie 16. Februar 2010

Eigenes Fach Handchirurgie

Der Vorstand der Österreichischen Ärztekammer gab grünes Licht für die Spezialisierung der Handchirurgie. Damit wird eine EU- konforme Aus- und Weiterbildung ermöglicht und den Patienten eine Versorgung auf hohem Niveau garantiert.

Qualitätsstandards und Qualitätssicherung in der Handchirurgie entscheiden bei Unfällen, Fehlbildungen, altersbedingten Verletzungen über die einwandfreie Wiederherstellung von Händen und Extremitäten. Belastende Mehrfachuntersuchungen für Patienten fallen weg und bringen in der Folge Einsparungen im Gesundheitswesen.

 

Der Vorstand der Österreichischen Ärztekammer hat einer Spezialisierung der Handchirurgie in Österreich zugestimmt. Damit wird eine EU-konforme Aus- und Weiterbildung ermöglicht. Durch die Spezialisierung der Handchirurgie wird diese ab 2010 verpflichtend in das Ausbildungscurriculum aufgenommen und ist im Anschluss an die Facharztausbildung in den dafür vorgesehenen Zentren für Handchirurgie zu absolvieren. Anfang 2010 werden die Richtlinien für handchirurgische Zentren als Ausbildungsstätte seitens der ÖÄK fixiert.

„Zentren für Handchirurgie“ garantieren aufgrund der hohen Patientenfrequenz sowohl die qualitativ hochwertige Versorgung durch erfahrene Fachärzte mit der Spezialisierung in Handchirurgie. Sie bieten darüber hinaus die Möglichkeiten für Forschung, Aus- und Weiterbildung und die Grundlage für Prävention und Unfallverhütung.

Dr. Martin Leixnering, Sekretär der ÖGH, und Oberarzt am Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler in Wien, ist von der Wichtigkeit einer Spezialisierung des Fachgebietes Handchirurgie für Österreichs Fachärzte und Patienten überzeugt: „An den im vergangenen Jahr rund 65.000 Patienten des Unfallkrankenhauses Lorenz Böhler Wien wurden an rund 30 Prozent handchirurgische Eingriffe vorgenommen. Nur der gut ausgebildete und erfahrene Handchirurg erspart dem Patienten belastende Mehrfachuntersuchungen und dem Gesundheitswesen eine Menge Geld.“

Kinderhände brauchen eine besondere Betreuung

Auf einen weiteren wichtigen Aspekt weist die weltweit anerkannte und erfahrene Plastische Chirurgin und Präsidentin der ÖGH, Prof. Dr. Hildegunde Piza, hin: „Fehlbildungen an Kinderhänden sind durch gut ausgebildete und erfahrene Handchirurgen so zu korrigieren, dass sowohl die Greiffunktion als auch ein gutes ästhetisches Resultat erreicht werden. Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung von Kinderhänden sind spezifisch ausgebildete Handchirurgen mit sehr viel Einfühlungsvermögen für Kind und Eltern, ein psychologisches Umfeld, Therapeuten, Anästhesisten etc. „Dermaßen hohe Ansprüche können nur in einer darauf ausgerichteten, spezifischen Einrichtung und vor allem im auf Kinder ausgerichteten Umfeld durchgeführt werden.“

Schmerzfreies Greifen auch für Betagte wieder möglich

„Im Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler Wien sind wir mit steigenden Zahlen von betagten Patienten nach Stürzen und Osteoporose-bedingten Brüchen der unteren Extremitäten konfrontiert. Hier können wir durch entsprechende Operationstechniken und den Einsatz medizintechnischer Hilfsmittel (stabile Verplattung) dem Patienten seine volle und vor allem schmerzfreie Greif- und Funktionsfähigkeit bis ins hohe Alter und damit verbunden auch die Unabhängigkeit von fremder Pflege wieder geben. Voraussetzung dafür ist eine rasche und richtige Diagnose durch erfahrene Handchirurgen“, so Leixnering.

 

Quelle:

Österreichische Gesellschaft für Handchirurgie – ÖGH

www.handchirurgen.at

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