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Chirurgie 1. Dezember 2009

Eine klinisch prospektive Untersuchung zum Einfluss der Fokussanierung vor Herzklappenoperation auf den langfristigen zahnärztlichen Behandlungsbedarf

Studienziel war die Evaluation des Einflusses einer nicht-radikalen Zahnsanierung vor einer geplanten Herzklappenersatzoperation auf den langfristigen postoperativen zahnärztlichen Behandlungsbedarf. 305 Patienten wurden vor einer Klappenersatzoperation hinsichtlich des zahnärztlichen Fokussanierungsbedarfs gescreent und notwendige Behandlungen eingeleitet. Nach 36 Monaten konnten 80 dieser Patienten klinisch reevaluiert werden. Bei 60 Patienten waren 155 Zähne behandlungsbedürftig, meistens aufgrund parodontaler Schädigungen. Gruppenunabhängig lag ein statistisch signifikanter Anstieg des Behandlungsbedarfs gegenüber dem initialen Erhebungsbefund vor. Darüber hinaus zeigte sich zum Nachbeobachtungszeitpunkt eine signifikant über der Erwartung liegende tatsächliche Therapienotwendigkeit, was möglicherweise auf nicht adäquate Therapiemaßnahmen während des Follow-up-Intervalls zurückzuführen ist. Eine Endokarditis war ungeachtet einer präoperativen Sanierung und einer meistens erfolgten prophylaktischen Antibiotikagabe im Gesamtkollektiv nicht aufgetreten. Nicht-radikale zahnärztliche Behandlungen vor einer Herzklappenersatzoperation können nur dann erfolgreich sein, wenn auch eine anschließende engmaschige Nachsorge unter standardisierten Nachbeobachtungsrichtlinien mit entsprechenden Erhebungsbögen gewährleistet ist. Die Gefahr einer von einem unbehandelten dentalen Fokus ausgehenden Ersatzklappenendokarditis wird wahrscheinlich überschätzt.

Andreas Kolk, Christoph Pautke, Donald Hall, Stefan Wagenpfeil, Klaus-Dietrich Wolff, Herbert Deppe, Wiener Medizinische Wochenschrift 23/24/2009

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