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Chirurgie 1. Dezember 2009

Evidenz-basierte Chirurgie der chronischen Pankreatitis

GRUNDLAGEN: Die chronische Pankreatitis (CP) ist eine schubweise, im Verlauf destruierende Erkrankung des Pankreas. In den westlichen Ländern ist sie meist durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht, allerdings können auch mechanische Obstruktionen, hereditäre Ursachen und Autoimmunprozesse zu einer chronischen Pankreatitis führen. Charakterisiert durch Schmerzen und Funktionsstörungen, wird zunächst ein konservativer Therapieansatz gewählt. Bei Auftreten von Komplikationen, insbesondere nicht beherrschbaren Schmerzen, kommen invasive Optionen zum Einsatz.

METHODIK: Für die vorliegende klinische Übersicht wurden insbesondere randomisiert-kontrollierte Studien und Ergebnisse einer Meta-Analyse zur operativen Therapie der chronischen Pankreatitis herangezogen.

ERGEBNISSE: Chirurgische Therapien zeigten in Studien hinsichtlich der Schmerzfreiheit in Langzeitergebnissen eine Überlegenheit gegenüber endoskopisch-interventionellen Verfahren. Hinsichtlich der operativen Methoden konnte bisher in Studien kein Unterschied im Langzeitverlauf zwischen der duodenumerhaltenden Pankreaskopfresektion nach Beger und deren Modifikationen gegenüber der klassischen Pankreatoduodenektomie gezeigt werden.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Aktuell kann aufgrund der zur Verfügung stehenden Studienergebnisse keine abschließende Therapieempfehlung hinsichtlich der chirurgischen Operationsmethode bei Patienten mit CP gegeben werden. Eine aktuell rekrutierende randomisiert-kontrollierte Multicenter-Studie (ChroPac) wird hier ggf. Klarheit bringen.

S. Mühl, M. N. Wente, J. Schmidt, M. W. Büchler, European Surgery 6/2009

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