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Chirurgie 24. November 2009

Spektakuläre Leber-Operation bei einem 60-Jährigen

Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg führte erstmals schwierige „Ante-Situ-Resektion“ durch.

Mit einer weltweit selten durchgeführten Operation konnte einem Patient das Leben gerettet werden. Der 60-jährige Mann litt an einem großen bösartigen Lebertumor, der wegen des hohen Risikos des Gewebeschadens durch Sauerstoffmangel mit den üblichen Techniken nicht hätte entfernt werden können.

Die „Ante-Situ-Resektion“, bei der die Leber vorübergehend aus dem Bauchraum entnommen, vom Blutfluss abgekoppelt und kalt gestellt wird, stellte sicher, dass der Tumor vollständig entnommen und das verbliebene Lebergewebe funktionstüchtig blieb. Ein 16-köpfiges Team der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesiologie führte den Eingriff durch.

Der Patient hatte einen handballgroßen Leberkrebs, der mehr als 70 Prozent des Lebergewebes befallen hatte. Normalerweise besteht keine Überlebenschance, da derart ausgedehnte Tumoren im Bauchraum wegen des blockierten Blutabflusses nicht operiert werden können. Das zu entfernende Lebergewebe muss innerhalb von 30–45 Minuten entnommen werden. Diese Zeitspanne ist in besonders fortgeschrittenen Fällen nicht ausreichend. Als einzige Therapieoption bleibt eine Chemotherapie, die keine Heilung, sondern nur Verzögerung bieten kann. Bei der Ante-Situ-Resektion verlängert sich das Zeitfenster auf 4–5 Stunden. Nachdem die Chirurgen den Tumor entfernt hatten, konnten sie zwei gesunde Segmente der Leber wieder einpflanzen, aus der sich neues Lebergewebe bilden kann, bis zu 85 Prozent der ursprünglichen Größe.

 Weitere Informationen:

wwww.klinikum.uni-heidelberg.de

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