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Chirurgie 1. Oktober 2009

Der EGF 61A/G Polymorphismus – ein Vorhersagemarker für ein Wiederauftreten von Lebermetastasen beim kolorektalen Karzinom

HINTERGRUND: Der epidermale Wachstumsfaktor (EGF) spielt eine bedeutende Rolle in der Tumorentstehung. Variationen in der DNA Sequenz des EGF Gens, können zu einer Erhöhung der EGF Aktivität führen, von der man annimmt, dass sie das Tumorwachstum beeinflusst. Die aktuelle Studie untersucht den Einfluss des EGF 61A/G Polymorphismus auf das Wiederauftreten von Lebermetastasen beim kolorektalen Karzinom nach Operation.

METHODE: Der EGF 61A/G Polymorphismus wurde retrospektiv in 268 fortlaufenden Patienten beiderlei Geschlechts bestimmt: 175 (65%) männliche und 93 (35%) weibliche Patienten, welche chirurgisch kurativ mit (R0) bei Lebermetastasen im Rahmen eines kolorektalen Karzinoms behandelt wurden.

ERGEBNISSE: Von den 268 Patienten, hatten 81 (30%) die häufigste (Wildtyp) Variante EGF 61 A/A, 137 (51%) waren heterozygot EGF 61 A/G und 50 (19%) waren homozygot EGF 61 G/G. Adjustiert nach Alter, Geschlecht, UICC Staging und Tumorlokalisation konnten wir ein 1.6 fach höheres Risiko für das Wiederauftreten von Lebermetastasen (HR: 1,6; 95% CI: 1,0–2,5 p = 0,06) bei EGF 61 G/G Homozygoten verglichen mit Trägern des EGF 61 A Allels feststellen. Dieser Effekt war in jungen Patienten (≤ 65 Jahren), welche ein 2.0-fach höheres Risiko für das neuerliche Auftreten von Lebermetastasen hatten (HR: 2,0; 95% CI: 1,1–3,5 p = 0,021), stärker. Bei Patienten über 65 Jahren konnte kein Effekt nachgewiesen werden. Interessanter Weise konnten wir feststellen, dass männliche Patienten mit EGF G/G ein 1,6 fach höheres Risiko für das Wiederauftreten von Metastasen hatten (HR: 1,6; 95% CI: 1,0–2,5 p = 0,07). Eine signifikante Korrelation (p = 0,033) zwischen der Dukes Klassifikation und homozygot EGF 61 G/G konnte ebenfalls festgestellt werden.

KONKLUSION: Mit unseren Ergebnissen konnten wir zeigen, auch unter Berücksichtigung unserer kleinen Patientenpopulation, dass Träger des EGF 61G/G Genotyps ein höheres Risiko für neuerliche Lebermetastasen haben – eine Vermutung, die allerdings durch weitere Studien bestätigt werden muss.

Florian M. Kovar, Christiane Thallinger, Claudia L. Marsik, Thomas Perkmann, Harald Puhalla, Helmuth Haslacher, Fritz Wrba, Oswald F. Wagner, Thomas Gruenberger, Georg Endler, Wiener klinische Wochenschrift 19/20/2009

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