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Foto: Franz Möller/JLU-Pressestelle
Prof. Dr. Bernhard Spengler (rechts) und Doktorand Karl-Christian Schäfer von der Justus-Liebig-Universität Gießen mit dem Prototypen des Skalpells.
 
Chirurgie 5. November 2009

Skalpell erkennt Tumor

Sekundenschnelle Analyse über den „chemischen Fingerabdruck“.

Ein neuartiges Elektroskalpell analysiert und identifiziert das geschnittene Gewebe über die Gase, die beim Schneiden freigesetzt werden, und zeigt dem Chirurgen so direkt an, ob er in krankem oder gesundem Gewebe schneidet.

 

Gewebe wird beim Schneiden vom „intelligenten“ Skalpell durch elektrischen Strom zersetzt und teilweise verdampft. Das Aerosol wird in ein Massenspektrometer gesaugt und binnen Sekunden analysiert. Verschiedene Gewebetypen erzeugen im Massenspektrometer ein charakteristisches Profil. Dadurch wird gesundes Gewebe von Tumorgewebe unterschieden.

Den Prototypen haben Gießener Wissenschaftler im Rahmen eines Starting Grant-Projekts des Europäischen Forschungsrats (ERC) gemeinsam mit Forschern der Budapester Semmelweis-Universität entwickelt. Der ERC ist ein Gremium zur Forschungsfinanzierung, das mit dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU ins Leben gerufen wurde. Die Zeitschrift Nature hat die Publikation von Schäfer et al. unlängst als ein „Research Highlight“ herausgestellt.

 

Quelle: Schäfer, K.-C. et al.: Angewandte Chemie International Edition 2009; 4(44): 8240-2; doi: 10.1002/anie.200902546

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