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Chirurgie 1. August 2009

Erhöhter Bedarf an plastisch-rekonstrukiven Maßnahmen bei inadäquat voroperierten Weichteilsarkomen

GRUNDLAGEN: Weichteilsarkome (WTSA) sind seltene mesenchymale Tumore des Stütz- und Bewegungsapparates mit einer hohen Inzidenz an primären Fehldiagnosen und Therapie außerhalb bestehender Richtlinien. Im Zuge dieser retrospektiven Kohortenanalyse wurde der Einfluss von primär inadäquater chirurgischer Therapie vor Transferierung an ein Tumorzentrum analysiert.

METHODIK: Prospektiv geplante Fünfjahresbeobachtung an einem tertiären Zentrum für Tumore des Stütz- und Bewegungsapparates.

ERGEBNISSE: 116 Patienten wurden im Zeitraum zwischen 1998 und 2003 wegen eines WTSA operiert. 59 (51 %) Patienten(d) wurden vor ihrer Transferierung andernorts inadäquat chirurgisch behandelt. 54 (92 %) Patienten von diesen wurden ohne vorangegangene Biopsie operiert und zeigten eine signifikant höhere Rate an intraläsionalen Resektionsgrenzen (p < 0,0001), einen geringeren mittleren Tumordurchmesser (p = 0,007), eine höhere Rate an plastisch chirurgischen Deckungen bei erfolgter Definitivresektion (p = 0,009) und einen längeren mittleren Zeitraum bis zur Zuweisung an ein Zentrum (p < 0,0001) als Patienten, die primär adäquat chirurgisch behandelt wurden. Es war kein Einfluss auf Überleben, Lokalrezidivrate oder Metastasierungsrate erkennbar.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Es besteht die Notwendigkeit zur Reduktion inadäquater chirurgischer Therapie von Patienten mit Weichteilsarkomen.

M. Zacherl, C. Giessauf, M. Glehr, G. Gruber, W. Maurer-Ertl, G. Schwantzer, B. Liegl-Atzwanger, H. Koch, A. Leithner, R. Windhager, European Surgery 4/2009

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