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Augenheilkunde 27. September 2007

In der Kürze liegt die Würze

Optimale Ergebnisse in der Amblyopiebehandlung können mit kurzen Okklusionszeiten von drei bis vier Stunden täglich erzielt werden. Das ist das Ergebnis einer rezenten britischen Studie (BMJ Online September 14, 2007). Bei durch Schielen verursachter Sehschwäche sowie bei Vorliegen unterschiedlicher Brechungsverhältnisse beider Augen ist die Okklusion des sehstarken Auges eine effektive Therapie. Das schwächere Auge wird gefordert und trainiert, eine dauerhafte Besserung der Sehstärke kann die Folge sein. Manche Augenärzte fordern ausgedehnte Okklusionsperioden. Doch der Nutzen scheint nicht linear mit der Dauer der Abdeckung zuzunehmen.
In einer 18-wöchigen Studie der City University London wurden Okklusionsperioden von sechs und von 12 Stunden ver­glichen. Das Ergebnis: Die längere Abdeckung verbesserte das Ergebnis nicht. Tatsächlich hatten die jungen Teilnehmer der Langzeitgruppe die Abdeckung im Schnitt etwa sechs Stunden durchgeführt, die Teilnehmer der Kurzzeitgruppe etwas über vier Stunden. Die Studienautoren setzten die Erfolgsrate mit der tatsächlichen Abdeckungsdauer in Beziehung, und siehe da: Ab einer Dosis von vier Stunden pro Tag war kein zusätzlicher Therapienutzen nachweisbar: Besonders Kinder bis vier Jahre zeigten diesen Verlauf. Diesen Kindern sollten daher keine langen Okklusionszeiten zugemutet werden, so die Autoren.

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