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Augenheilkunde 12. September 2007

Eine unerwartete Verbindung

Beim Morbus Alzheimer kommt es unter anderem zu Ablagerung von Amyloid Beta, neuronaler Apoptose und Zellverlust. Wissenschaftler aus Großbritannien, Italien und Frankreich haben beim Glaukom ähnliche Pathomechanismen nachgewiesen (PNAS Aug 14, 2007; Vol.104 No.33). Das Glaukom ist eine der weltweit häufigsten Ursachen irreversibler Erblindung. Bislang wurde einzig intraokulärer Druck als Ursache der Glaukombildung angesehen. Allerdings war, wie die Autoren betonen, unklar, ob der erhöhte Druck alleine die retinalen Ganglionzellen irreversibel zerstört. Ganglienzellen können nämlich auch bei niedrigem intraokulärem Druck zugrundegehen. Auf der Suche nach Ursachen für den Zelluntergang bei Glaukompatienten mit medikamentös normalisiertem Augeninnendruck wiesen die Wissenschaftler beim experimentell herbeigeführten Glaukom Amyloid Beta zusammen mit apoptotischen Ganglionzellen nach. Ebenso zeigten sie, dass Amyloid Beta in vivo die Apoptose retinaler Ganglionzellen einleitet. Und die Wissenschaftler demonstrierten, dass eine Hemmung der Amyloidformation und -aggregation die glaukombedingte Apoptose retinaler Ganglionzellen verringert: die Beeinflussung der Amyloid Beta-Entstehung stellt laut Studienautoren möglicherweise einen neuen Ansatz in der Glaukomtherapie dar, wie auch in der Therapie anderer Erkrankungen, welche mit Amyoid Beta-Bildung einhergehen.

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