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Augenheilkunde 1. Mai 2006

Uveitis und neurologische Erkrankungen: eine oft unbeachtete Beziehung

ZIEL: Auge und Gehirn haben embryologisch gemeinsame Wurzeln und unterliegen einem Immunprivileg, um die Organintegrität und damit die Funktionalität bestmöglich zu schützen. Dass eine Reihe immunsystem-mediierter Erkrankungen an beiden Organen manifest werden kann erscheint plausibel, dennoch wird während der Abklärung der Patienten selten daran gedacht. Ziel dieser Studie war es, auf die Ko-Manifestation entzündlicher Erkrankungen des Auges und Gehirns aufmerksam zu machen und das Vorkommen dieser neurologischen Erkrankungen bei Uveitispatienten zu erheben.

PATIENTEN UND METHODIK: Es wurde eine Datenbank von Patienten analysiert, die zwischen 2000 und 2004 an der Uveitisambulanz des AKH (Medizinische Universität Wien) vorstellig geworden waren. Patienten mit neurologischen Manifestationen im Rahmen immunsystem-mediierter Erkrankungen wurden ausgewählt.

ERGEBNISSE: Von insgesamt 1973 Patienten wiesen 52 (2,6 %) neurologische Erkrankungen auf, die mit der Uveitis ursächlich in Zusammenhang gebracht werden konnten. Die häufigsten neurologischen Erkrankungen waren Multiple Sklerose, Vogt-Koyanagi-Harada Syndrom, Neurobehcet, ZNS-Lymphom, Neurosyphilis und Neurosarkoidose. Seltener wurde eine Uveitis im Rahmen von infektiöser Meningoenzephalitis (Neuroborreliose, Mumps, Masern), Takayasu-Arteriitis, Guillain-Barre-Syndrom und orbitalem Pseudotumor beobachtet.

SCHLUSSFOLGERUNG: Bestimmte immun-mediierte Erkrankungen können sowohl als intraokuläre Inflammationen (Uveitis) als auch als Entzündungen im Zentralnervensystem manifestieren. Aus augenärztlicher Sicht sollte daher beim Vorliegen bestimmter Augenbefunde eine gezielte neurologische Abklärung initiiert werden. Aber auch Neurologen sollten bei Diagnosestellung entzündlicher neurologischer Erkrankungen eine Abklärung über den Ophthalmologen veranlassen. Die oft typischen Augenveränderungen können dabei hilfreiche Hinweise liefern.

Saskia M. Maca, Martina Scharitzer, Talin Barisani-Asenbauer, Wiener klinische Wochenschrift

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