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Augenheilkunde 30. Oktober 2007

Auf der Suche nach geeigneten Therapien

Das Zusammenspiel von Gefäßerkrankungen und Schädigungen der Netzhaut stand im Mittelpunkt der internationalen Tagung „Retinal Vascular Diseases“, die von Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth, Vorstand der Wiener Universitätsklinik für Augenheilkunde, und Prof. Dr. Ingrid Pabinger, Vorstand der Klinischen Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie, MedUni Wien, veranstaltet wurde.

Das Auge wird häufig nicht mit Durchblutungsproblemen in Zusammenhang gebracht. Daher wird das Problem oft erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium erkannt. Ist der Durchfluss behindert, kommt es zu Sauerstoffmangel und Schädigung der Zellen in der Netzhaut.
In Studien wurden als Risikofaktoren vor allem Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Fettstoffwechselstörungen genannt. Aber auch genetische Faktoren wurden identifiziert.

Genetische Ursachen

Prof. Dr. Thaddeus Dryja, Ophthalmologe an der Harvard Medical School, berichtete über sechs verschiedene Gene, die zum Risiko beitragen können, eine altersbezogene Makuladegeneration (AMD) zu entwickeln. Neuere Studien zeigen, dass der Genotyp ein stärkerer Prädiktor für die Krankheit ist als das Alter oder das Rauchen. „Sollten wir die Krankheit also in ‚genbezogene Makuladegeneration‘ umbenennen?“, fragte Dryja scherzhaft.
Gängige Therapiemethoden von Gefäßschäden in der Retina sind die Laserbehandlung, chirurgische Maßnahmen und die Blutverdünnung (Hämodilution). Neu ist die Anwendung von Antikörpern, die in den Glaskörper injiziert werden und auf biologische Weise die Erkrankung beeinflussen, indem sie die gefäßschädigenden Auslöserstoffe blockieren. Oder Gefäßwachstumshemmer wie die Proteinkinase-Inhibitoren (auch Anti-VEGF-Therapien): Diese Substanzen hemmen den Gefäßwachstumsfaktor VEGF, den die erkrankte Netzhaut produziert. Damit wird zielsicher in lokale pathophysiologische Prozesse eingegriffen.
Prof. Dr. Baruch Kuppermann, Ophthalmologe von der University of California, zeigte die Ergebnisse von Kortikosteroid-Injektionen bei der Behandlung von Makula-Ödemen, die mit Venenthrombosen einhergehen. Diese brachten Verbesserungen der Sehfähigkeit; allerdings sind diese häufig nicht dauerhaft. Neu sind biologisch abbaubare Systeme, die über eine gewisse Zeit geringe Mengen des Kortikosteroids absondern. Kuppermann: „Sie werden zurzeit für die Behandlung des Makula-Ödems, das durch eine venöse Thrombose in der Retina entstehen kann, in einer Phase-III-Studie erprobt.“

Inge Smolek, Ärzte Woche 44/2007

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