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Augenheilkunde 1. Mai 2006

Rote Augen und Hypokaliämie

Das Gitelman Syndrom ist eine sehr seltene Mutation des NaCl Transporters der distalen Tubuluszellen in der Niere. In den letzten Jahren wurden aber auch vermehrt Berichte publiziert, wonach es bei Autoimmunerkrankungen (Sjögren Syndrom, SLE, …) zu ähnlichen renalen Elektrolytverlusten kommt wie bei verschiedenen hereditären Tubulopathien. Eine 62-jährige Frau suchte wegen schmerzhafter beidseitiger Augenrötung die Augenabteilung auf. In der weiteren diagnostischen Abklärung konnte ein Sjögren Syndrom für die Ursache der Keratitis mit beginnender Endophthalmitis identifiziert werden. In der Laboranalyse war weiters eine, früher nicht bekannte ausgeprägte Hypokaliämie, eine metabole Alkalose und eine Hypomagnesiämie auffällig. Zusammen mit der Analyse der Elektrolyte im Harn konnte die Diagnose eines seltenen Falles von erworbenen Gitelman Syndrom gestellt werden. Die Substitution von Kalium und Magnesium führte zu einer Besserung des initial bestehenden Schwächegefühls. Trotz einer immunsuppressiven Therapie des Sjögren Syndrom kam es jedoch zu einem persistierenden renalen Elektrolytverlustes. Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen sollte deshalb gezielt nach Elektrolytstörungen gesucht werden, da renal tubuläre Funktionsstörungen zu schweren Hypokaliämien führen können.

Christoph Schwarz, Talin Barisani, Edith Bauer, Wilfred Druml, Wiener klinische Wochenschrift

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