zur Navigation zum Inhalt
 
Augenheilkunde 10. Oktober 2015

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

In diesem Heft konfrontieren wir Sie zuerst mit einem eher trockenen Thema, der Begutachtung von Unfällen. Übersichtlich und lehrreich stellt Harald Burggraf die rechtlichen Grundlagen dar und weist auf mögliche Fehlmeinungen und Irrtümer hin.

Für alle, die gelegentlich mit der Begutachtung und Einschätzung von Dauerschäden nach Augenverletzungen befasst werden, ist das ein Nachschlagartikel erster Güte.

Manuel Großpötzl und Mitarbeiter aus der Augenklinik Graz haben sich mit dem Auftreten submakulärer Blutungen bei altersbedingter Makuladegeneration auseinandergesetzt. Interessanterweise ergab sich bei der Studie an 4.367 Patienten, dass bei jeder der angewendeten Therapien, sei es Laserbehandlung, photodynamische Therapie oder Anti-VEGf-Medikamente, signifikant weniger Blutungen zu verzeichnen waren als in einer unbehandelten Vergleichsgruppe. Da das Auftreten einer submakulären Blutung in der Regel die Sehschärfe des betroffenen Auges rapide senkt, ist das eine ganz wesentliche Aussage. Während in der Anti-VEGf-Gruppe und der Lasergruppe der Unterschied zwischen behandelten und unbehandelten Augen relativ groß ist (0,9 versus 2,9 % in der Lasergruppe und 1,5 versus 4,3 % in der Anti-VEGf-Gruppe), so liegen die Werte in der Vergleichsgruppe der photodynamischen Therapie doch relativ nahe beisammen (2,1 versus 2,2 %).

Die Optische Kohärenztomograpie, die in der Zwischenzeit die häufigste ophthalmologische Zusatzuntersuchung darstellt, lässt nach der retinalen Vermessung in den letzten Jahren auch die Untersuchung tieferer Schichten zu. Die Choroidea stellt derzeit den Ort größten Interesses für viele Fragestellungen dar. So fanden Nicole Zimmermann und Mitarbeiter aus Berlin mittels HD-OCt-Untersuchung eine signifikante Reduzierung der peripapillären Aderhautdicke bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom. Vieles ist uns bei der Untersuchung der Choroidea bzw. Aderhaut mittels OCT aber noch unbekannt. Die Autoren selbst sprechen den möglichen Einfluss von Systemerkrankungen auf die Aderhaut an. Refraktion, Alter des Probanden und Zeitpunkt der Untersuchung während des Tages sind weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Aderhautdicke haben können.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieser und auch der anderen Beiträge des Heftes!

Ihre

Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder

Editor-in-Chief

Interessenkonflikt

Es besteht kein Interessenkonflikt.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben