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Augenheilkunde 10. Oktober 2015

Die Häufigkeit von submakulären Blutungen bei altersabhängiger Makuladegeneration bei unterschiedlichen Therapieformen

Hintergrund: Große submakuläre Blutungen sind schwere, visusbedrohende Komplikationen der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). In dieser Arbeit wurde untersucht, ob es Unterschiede hinsichtlich der Inzidenz von submakulären Blutungen nach Lasertherapie, photodynamischer Therapie mit Verteporfin (PDT) oder nach Anti-VEGF- Therapie gibt. Außerdem versuchten wir zu klären, ob es Unterschiede gemessen am Auftreten submakulärer Blutungen nach Therapie im Vergleich zum Spontanverlauf gibt.

Material und Methode: In einer retrospektiven Datenauswertung wurden alle Patienten, die in den Jahren 1997–2012 an der Universitäts-Augenklinik LKH Graz mit der Diagnose feuchte AMD vorstellig wurden, hinsichtlich eines Auftretens einer submakulären Blutung untersucht.

Resultate: Insgesamt wurden Daten von 4367 Patienten ausgewertet, von denen 99 eine submakuläre Blutung erlitten. Ein signifikant höheres Vorkommen von submakulären Blutungen (OR 1959) konnte bei unbehandelten Patienten im Gegensatz zu therapierten Patienten festgestellt werden. Dagegen ließen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den drei in der Studie untersuchten Therapieformen ermitteln.

Schlussfolgerung: Das Risiko submakulärer Blutungen nach einer Therapie ist signifikant geringer als ohne Therapie. Allerdings kann die heute in der Routine angewendete Anti-VEGF-Behandlung eine submakuäre Blutung nicht verhindern.

Summary

Background: One of the most vision threatening complications of exsudative age-related macular degneration (AMD) are submacular hemorrhages. The aim of this study was to investigate the difference in the incidence of submacular hemorrhages between laser photocoagulation, photodynamic therapy with verteporfin (PDT) and Anti-VEGF-therapy of treated and untreated cases.

Material and methods: We reviewed 4367 patients diagnosed with exsudative AMD regarding the appearance of submacular hemorrhages (99 patients) during the years 1997–2012.

Results: There was a significantly higher occurrence of submacular hemorrhage (OR 1959) in patients without therapy than in treated patients. There was, however, no significant difference between the three therapeutic options in regard to the incidence of submacular hemorrhages.

Conclusion: The risk of submacular hemorrhage after therapeutic intervention is significantly lower than in patients with AMD without treatment. However, an Anti-VEGF therapy cannot prevent submacular hemorrhage.

Dr. med. univ. Manuel Großpötzl, Dr. med. univ. Gerald Seidel, Dr. med. univ. Dieter Rabensteiner, Ao.Univ.Prof. Dr. Anton Haas, Spektrum der Augenheilkunde 4/2015

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