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Augenheilkunde 18. August 2015

Chip eingesetzt

„Bionisches Auge“ eventuell auch auf Patienten mit trockener Makuladegeneration anwendbar.

Erst vor Kurzem ist der ersten österreichischen Patientin in Wien in ein Auge eine Chip-Netzhautprothese wegen Erblindung durch Retinitis pigmentosa eingesetzt worden. Jetzt wurde das System weltweit erstmals auch bei einem Patienten mit altersbedingter trockener Makuladegeneration verwendet. Der Operierte konnte danach wieder Silhouetten von Personen erkennen.Paulo Stanga, Chefarzt der Abteilung für Augenheilkunde und Glaskörperchirurgie am Manchester Royal Eye Hospital sagt: „Erste Screeningtests zeigen, dass der 80 Jahre alte Ray Flynn seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder ein funktionelles zentrales Sehvermögen aufweise.“ Er könne mit dem Argus II-System wieder Umrisse wahrnehmen.

Dass dem Patienten dies selbst mit geschlossenen Augen möglich sei, belege, dass er für das Erkennen von Formen und Umrissen nicht sein verbliebenes natürliches peripheres Sehvermögen nutze. Bei weiteren Erfolgen könnte sich der Kreis der Patienten vergrößern, die von der Verwendung des „Bionischen Auges“ profitieren. Der Patient bekommt in einer vierstündigen OP in ein Auge einen fünf mal neun mm großen Mikrochip eingesetzt. Der Operierte trägt eine Brille mit einem Videosystem, das die aufgenommenen Bilder in elektrische Impulse umsetzt. Diese Impulse werden an den Mikrochip auf der Oberfläche der Netzhaut gefunkt, wo 60 Elektroden die noch funktionstüchtigen Zellen in der Netzhaut anregen.

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