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Augenheilkunde 11. Juli 2005

Altersbedingte Makuladegeneration: Zelltod nimmt dem Blick die Schärfe

Symptome treten erst bei schon fortgeschrittener Krankheit auf, weshalb der regelmäßige Augencheck so wichtig ist.

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist in Industrieländern der häufigste Grund für den Verlust der zentralen Sehschärfe im Alter. Bei der AMD sterben sowohl die Sinnes- als auch die Pigmentzellen, die die Sinneszellen versorgen, im Netzhautzentrum ab. Die Ätiopathogenese ist unklar, aber die Beteiligung freier Sauerstoffradikale gilt als gesichert. Hauptrisikofaktor ist das Alter, aber auch Rauchen und eine positive Familienanamnese sind prädisponierend. In den frühen Stadien kann sich die Degeneration durch verzerrtes Sehen bemerkbar machen. Diese Verzerrungen nimmt der Patient am besten wahr, wenn er ein Netz aus Gitterlinien fixiert (Amsler-Test). Ist die AMD bereits fortgeschritten, lässt sich die weitaus häufigere, trockene, von der wesentlich gefährlicheren und zugleich selteneren feuchten Form unterscheiden. Denn bei Letzterer sprießen aus der unter der Netzhaut gelegenen Aderhaut Gefäße in die Netzhaut ein. Flüssigkeit, die aus den Gefäßen austritt, kann zur Netzhautabhebung führen. Wer sich vor der Netzhautdegeneration schützen will, sollte das Rauchen aufgeben und vitaminreicher Ernährung den Vorzug geben. Außerdem gibt es Hinweise, dass eine extreme Sonnenbestrahlung der Augen ein zusätzliches Risiko darstellt. Eine effektive Therapie ist nur bei feuchter AMD möglich: Werden neu gebildete Gefäße rechtzeitig erkannt, können sie verödet werden. Operativ kann die Netzhaut gedreht und die Makula auf intakte Aderhaut gelegt werden. Nicht für die feuchte AMD zugelassen, aber das die Neovaskularisation hemmende Steroid Triamcinolon wirkt der Ödembildung entgegen und stabilisiert undichte Gefäße, wie es in einer Mitteilung der Deutschen Ophthalmochirurgen heißt. Ein weiterer Hoffnungsträger im Kampf gegen die feuchte AMD ist Macugen, ein Hemmer des Wachstumsfaktors VEGF (vascular endothelial growth factor), der ebenfalls in den Glaskörper appliziert wird.

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