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Augenheilkunde 22. Dezember 2014

Verzögern häufige Jodkurbehandlungen die Progression des Verlustes der Sehschärfe bei Patienten mit trockener AMD? Eine Datenauswertung über 25 Jahre

Hintergrund: Die Altersassoziierte Maculopathie (AMD) stellt in der industrialisierten Welt die häufigste Ursache für den Verlust der Lesefähigkeit dar und ist ein häufiger Grund für praktische Blindheit. Eine umfassende kausale Therapie der trockenen AMD ist bislang nicht bekannt. Sie beschränkt sich auf die Reduktion der Risikofaktoren, Stärkung der antioxidativen Systeme, Verabreichung von Omega-3-Fettsäuren und Xantophyllen. In der Age-Related Eye Disease Study (AREDS 2) wird für Hochrisikopatienten die Wirksamkeit von Omega-3-Fettsäuren nicht bestätigt. Jod-Augentherapien (Iontophoresen) werden seit vielen Jahrzehnten als Therapieform der trockenen AMD eingesetzt. Diese Untersuchung soll einen Beitrag zur Objektivierung der häufig positiven subjektiven Beurteilung der Therapie durch die Patienten liefern.

Material und Methode: Daten von 365 Patienten mit trockener AMD aus 25 Jahren wurden einer Analyse bezüglich der Abnahme der Sehschärfe bei häufiger Iodid-Ophthalmo-Iontophorese unterzogen.

Resultate: Die Kurfrequenz hat keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die Visusverschlechterung bei AMD-Patienten. Haupteinflussgrößen sind Alter und Ausgangsvisus (jeweils p < 0,05).

Der Verlust der Sehschärfe pro Jahr betrug bei Patienten einer Subgruppe, die sich mindestens viermal in fünf Jahren einer Jodkur unterzogen haben, im Mittel 0,14 DIN-Stufen/Jahr. Im Vergleich dazu betrug der durchschnittliche Verlust der Sehschärfe 0,6 DIN-Stufen/Jahr in der nichtbehandelten Gruppe der ARED-Studie (Report 28).

Schlussfolgerung: Jodid-Augen-Iontophoresen könnten einen verzögernden Effekt der Sehschärfenverschlechterung bei der trockenen AMD bringen, obwohl sich die Behandlungsfrequenz nicht als Einflussfaktor herausstellte.Demgemäß würde sich eine Abklärung dieser Hypothese durch weitere fundierte Untersuchungen empfehlen.

Summary

Background: Age related macular-degeneration is the leading cause for the loss of the reading skills in the industrial world and is a common reason for practical blindness. A comprehensive causal therapy of AMD is not known. Therapy is limited to the reduction of risk factors, strengthening of antioxidant systems, administration of omega 3 fatty acids and xanthophylls. Iodine eye treatments (iontophoresis) have been used for many decades as a form of treatment of dry AMD. This study is intended to provide a contribution to the objectification of the often positive subjective assessment of the therapy by patients.

Material and methods: Data from 365 patients with dry AMD of 25 years were analysed regarding the loss of visual acuity whilst being treated with iodine ophthalmoiontophoresis frequently.

Results: The frequency has no statistically significant effect on the progression of loss visual acuity. The parameters with substantial influence are age and visual acuity at the start of the treatments (each with (p < 0.05).

The mean decrease of visual acuity in patients with frequent iodine treatment (at least 4 therapies in 5 years) was 0.14 DIN-increments/year. According to data from the ARED study (report 28) the average decrease in untreated patients was 0.6 DIN-increments/year.

Conclusion: Iodine Ophthalmo-Iontophoreses might have an arrestive effect on the deterioration of visual acuity in dry AMD, although treatment frequency was not an influence factor. A prospective study using modern techniques is recommended for clear scientific statements due to this remarkable result.

 

Dr. Birgit Spitzer-Sonnleitner, Dr. Walter Loos, Univ. Prof. Dr. Gebhard Rieger, Dr. Wolfgang Schimetta, Spektrum der Augenheilkunde 5/2014

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