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Augenheilkunde 15. Dezember 2014

Infektionen der Augen

Sparsamer Umgang mit Antibiotika

Antibiotika in Augentropfen fördern die Entwicklung von resistenten Bakterien in der Bindehaut. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät zum zurückhaltenden Einsatz.

„Bei jeder Injektion ins Auge können Bakterien aus der Bindehaut ins Augeninnere verschleppt werden“, stellt Prof. Johann Roider, Präsident der DOG, fest. Die Konsequenz kann eine schwere Entzündung des Auges sein. Die Hersteller der Medikamente raten deshalb, die Augen vor jeder Injektion durch Antibiotika-haltige Augentropfen zu schützen. DOG-Experten sehen diese Empfehlung jedoch kritisch. Da die Injektionen bei vielen Patienten regelmäßig wiederholt werden müssen, kann es schnell zu Antibiotika-Resistenzen kommen. Die Augen sollten deshalb vor und nach den Injektionen nicht mit Antibiotika behandelt, sondern vor der Operation mit Povidon-Iod (PVP-Iod) gespült werden.

Die meisten Konjunktivitiden heilen von selbst

Akute bakterielle Konjunktivitiden treten aber auch häufig bei Kindern auf. Die Verordnung von Antibiotika-haltigen Tropfen sollte jedoch sparsam eingesetzt werden, da die Erkrankung oft harmlos ist – die meisten Konjunktivitiden heilen nach wenigen Tagen von selbst ab. „Wir raten den Eltern, die Augen zunächst einmal täglich mit einem Wattebausch und abgekochtem, lauwarmem Wasser zu reinigen“, führt Messmer aus. Tränenersatzflüssigkeit lindert zusätzlich die Beschwerden. Erst wenn sich nach drei bis vier Tagen keine Besserung abzeichne, müssten Antibiotika eingesetzt werden.

Quelle: Presseaussendung Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

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