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Augenheilkunde 28. November 2014

Sehstörungen durch Stress

RCS ist die „Managerkrankheit“ des Auges.

Die Retinopathia centralis serosa (RCS) ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt, Augenärzte sehen die Erkrankung jedoch häufiger. „Typischerweise sind es Männer unter 50, die wegen neu aufgetretener Sehstörungen in die Sprechstunde kommen“, berichtet Prof. Dr. Johann Roider, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft DOG.

Die Männer (Frauen sind achtmal seltener betroffen) wirken oft dynamisch, ehrgeizig und ungeduldig. Die augenärztliche Untersuchung ergibt häufig nur eine leichte Weitsichtigkeit. Um die Veränderungen auf der Retina zu finden, muss der Augenarzt genauer hinsehen. Oft gelingt die Diagnose nur mit optischer Kohärenztomografie, in der sich an manchen Stellen leichte Anhebungen der Netzhaut zeigen. Darunter sind häufig Flüssigkeitsansammlungen zu erkennen. In schweren Fällen kommt es zu Mikrorissen und zum Austritt der Flüssigkeit in den Augapfel.

Die Ursache der RCS ist unbekannt, doch wird ein Zusammenhang mit der „Typ-A-Persönlichkeit“ vermutet, die mit erhöhter Cortisolkonzentration im Blut einhergeht. Weitere Ursachen wie eine Infektion mit Helicobacter pylori werden diskutiert.

Die meisten Patienten erholen sich bald wieder von den Sehstörungen. Eine Erkrankungsepisode dauert in der Regel drei bis sechs Monate. Bei einigen Patienten kommt es jedoch immer wieder zu Rückfällen. „In diesen Fällen raten wir zu einer Behandlung“, so Roider. Medikamente, die die Wirkung der Glukokortikoide hemmen, sind jedoch meist ebenso erfolglos wie Betablocker. „Wir empfehlen daher eine Laserbehandlung oder eine low fluence Photodynamische Therapie.“

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