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© gunnar3000 / iStock / Thinkstock
 
Augenheilkunde 14. November 2014

Schon ein Bier verschlechtert die Nachtsicht

Augenärzte raten zu gänzlich nüchternem Autofahren.

Experten der Universität Granada testeten Kontrastsehen und Blendempfindlichkeit von 67 Probanden vor und nach dem Verzehr unterschiedlicher Mengen Rotwein. Alle Teilnehmer schnitten nach Alkoholkonsum im Sehtest deutlich schlechter ab als im nüchternen Zustand. Schuld daran sei, so die Autoren der Studie, das Ethanol. Es löst die äußere, leicht fettige Schicht des Tränenfilms auf. Dadurch verdunsten die wässrigen Bestandteile der Tränenflüssigkeit. Die Folge ist, dass ein alkoholisierter Fahrer Kontraste schlechter erkennt und empfindlicher auf Licht reagiert. Dieser Effekt zeigt sich verstärkt ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille. Aber auch Probanden, deren Werte unterhalb der gesetzlichen Höchstgrenze lagen, sahen Kontraste schlechter und nahmen vermehrt Lichtschleier wahr.

Dies sei besonders gefährlich, denn viele Leute halten sich noch für fahrtüchtig, wenn sie ein bis zwei Gläser Bier getrunken haben. Nach den oben beschriebenen Erkenntnissen stehe dies einmal mehr infrage. Demzufolge können schon geringe Mengen Alkohol dazu führen, dass der Fahrer Fußgänger und Straßenschilder zu spät erkennt oder von den Scheinwerfern entgegenkommender Autos geblendet wird.

Castro JJ et al.: Journal of Ophthalmology 2014; Article ID 704823

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