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Augenheilkunde 13. Oktober 2014

Der Tränensackstein – ein ungewöhnlicher Fall von Epiphora?

Hintergrund: Ziel dieser Untersuchung war es zu bewerten, ob das Vorliegen von Tränensacksteinen einen prädiktiven Faktor für den Erfolg der endonasalen Dakryozystorhinostomie (EDCR) darstellt, sowie Erkenntnisse morphologischer, chemischer und mineralogischer Analysen von Dakryolithen zu präsentieren.

Methoden: Die Operationsergebnisse von Patienten mit (Gruppe I) und ohne Tränensackstein (Gruppe II) wurden ein Jahr nach dem chirurgischen Eingriff verglichen. Die Dakryolithen wurden mittels Infrarotspektrometrie, Aminosäureanalyse und Rasterelektronenmikroskopie untersucht.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 771 EDCRs, die zwischen 1994–2013 durchgeführt wurden, ausgewertet. Ein Tränensackstein wurde in 89/875 Fällen (10,2 %) ausgemacht. Eine vollständige Verbesserung wurde in Gruppe I (89/89; 100,0 %) signifikant häufiger als in Gruppe II (714/785; 90,8 %; p < 0,001) erreicht. EDCRs wurden bei Patienten im Alter von 31–50 Jahren häufiger durchgeführt. Alle Tränensacksteine waren weich und bestanden aus organischem Material, einschließlich Proteinen und Mukoproteinen, mit 20 %igem Aminosäuregehalt. Die Steine waren in Form von Lappen und Läppchen auf einem amorphen Kernmaterial mit kleinen Hohlräumen aufgebaut. Die in den anorganischen Einschlüssen am häufigsten aufgezeichneten Elemente waren Silizium, Magnesium und Schwefel.

Schlussfolgerungen: Das Vorliegen von Tränensackstei­nen ist ein prädiktiver Faktor für den Erfolg der EDCR. Tränensacksteine bestehen nahezu ausschließlich aus orga-nischen Materialien, einschließlich Proteinen und Mukoproteinen, mit einem Aminosäuregehalt von ca. 20 %.

Pavel Kominek, Stanislav Červenka, Karol Zeleník, Dr. Šárka Doškářová, Karel Lach, Dr. Zdeněk Švagera, Petr Matoušek, Spektrum der Augenheilkunde 4/2014

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