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Augenheilkunde 18. August 2014

Langzeitergebnisse nach Endokeratoplastik

Hintergrund: Evaluierung der Langzeitergebnisse nach Endokeratoplastik bei Patienten mit endothelial bedingten Hornhauttrübungen.

Methode: Bei 53 Augen von 45 Patienten mit endothelial bedingten Hornhauttrübungen bei Fuchs’ scher Endotheldystrophie, pseudophaker Keratopathie und bullöser Keratopathie nach Glaukom und nach Trauma, wurde zwischen Juni 2002 und September 2008 eine Endokeratoplastik durchgeführt.

Resultate: Alle Operationen wurden an der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie der Medizinischen Universität Wien von einem Chirurgen (CS) durchgeführt.

Schlussfolgerungen: Die postoperativen Folgeuntersuchungen beinhalteten eine komplette Augenuntersuchung, eine Bestimmung der bestkorrigierten Sehschärfe, eine Ultraschall-Pachymetrie der Hornhaut (Pachymeter SP-2000, Tomey Corporation, Nagoya, Japan) sowie eine Messung der Endothelzellzahl (Noncon ROBO-CA, Konan-Keeler, Kobe, Japan).
Das Durchschnittsalter aller Patienten war 70 Jahre (Range 43–95). Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum betrug für alle Patienten 32 Monate (Range 1–60 Monate). Der durchschnittliche bestkorrigierte Visus verbesserte sich von 0,972 logMAR präoperativ zu 0,278 nach 60 Monaten (n = 16, p = 0.007).
Die durchschnittliche Endothelzellzahl verringerte sich von 2797 Zellen/mm2 präoperativ (Spenderhornhaut) zu 989 Zellen/mm2 (n = 15, − 65 %, p < 0,001) nach 60 Monaten. Die postoperative durchschnittliche Hornhautdicke nahm von 530 μm (n = 32) 3 Monate nach EKP auf 586 μm (n = 15, + 11 %, p = 0,003) nach 60 Monaten zu. 5 Augen (9 %) hatten eine Transplantatabstoßung und benötigten eine Re-Operation mit Transplantatstausch.
Obwohl neuere Techniken wie DMEK und DSAEK die Technik der Endokeratoplastik bereits abgelöst haben, sind die Langzeitresultate zum Teil vergleichbar mit denen moderner lamellierender Verfahren.
Die Endokeratoplastik könnte jedoch durch schnellere Wundheilung und einen geringeren postoperativen Astigmatismus eine mögliche Alternative zur penetrierenden Keratoplastik bei Patienten mit Trübungen oder Vernarbungen im Bereich des hinteren Hornhautstromas bleiben.

Franz Prager, Christian Skorpik, Mojtaba Pachala, Gerald Schmidinger, Spektrum der Augenheilkunde 3/2014

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