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Augenheilkunde 25. März 2014

Exenteratio Orbitae – chirurgische und rekonstruktive Strategien

Hintergrund: Bei der Exenteratio orbitae handelt es sich um die Entfernung von Orbitaweichteilgewebe mit und ohne Entfernung der knöchernen Orbita. Chirurgische Strategien bei großen, von den Nasennebenhöhlen in die Orbita übergreifenden malignen Tumoren sollten evaluiert werden und mit dem therapeutischen Vorgehen bei Lid- und Orbitatumoren, verglichen werden. Unterschiedliche Maßnahmen wurden im Hinblick auf die kosmetische Rehabilitation, den chirurgischen Aufwand sowie Akzeptanz durch die Patienten beleuchtet.

Methode: Alle Patienten, bei denen zwischen 1998 und 2008 eine totale oder subtotale Exenteratio mit oder ohne Knochenbeteiligung durchgeführt wurde, wurden in die vorliegende retrospektive Analyse eingeschlossen. Es wurden die klinischen Daten in Hinblick auf die Art der Tumoren, die Behandlung und die Rehabilitation, sowie Überlebensrate der Patienten untersucht.

Resultate: Bei den in zehn Jahren 34 exenterierten Patienten bestand eine 5 Jahresüberlebensrate von 44,4 %. Bei 7 Patienten, bei denen eine totale extensive Exenteratio bei massivem Ausgangsbefund als palliative Therapie nötig wurde, überlebten 6 Patienten 2 Jahre lang. 19 Patienten von 21, bei denen die knöcherne Orbita und orbitales Weichteilgewebe entfernt wurden, wobei der Bulbus und die Augenmuskel belassen werden konnten, überlebten 5 Jahre. Die Rekonstruktion der knöchernen Orbita wurde individuell unterschiedlich gewählt.

Schlussfolgerung: Bei malignen Tumoren der Nasennebenhöhlen, die in die Orbita übergreifen, ist der Erhalt von Bulbus und Augenmuskel im Rahmen einer subtotalen extensiven Exenteratio solange möglich, als die Tumorinfiltration lokal begrenzt ist und die Augenmuskel nicht betrifft. Total extensive Exenterationen können als rein palliative Eingriffe gesehen werden, die kosmetische Rehabilitation ist dem Ausmaß der chirurgischen Intervention anzupassen.

Martin Emesz, Gerhard Oberascher, Gerhard Moser, Eva Maria Arlt, Eva Maria Krall, Max Rasp, Alexander Bachernegg, Spektrum der Augenheilkunde 1/2014

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