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MedEye-Trac ist eine Revolution in der Strahlentherapie bei Augentumoren.
 
Augenheilkunde 4. Dezember 2013

Innovative Forschungsprojekte zum Geburtstag

150 Jahre Universitäts-Augenklinik der MedUni Graz.

Bereits seit 1863 besteht die Universitäts-Augenklinik Graz und bietet PatientInnenbetreuung, Lehre und Forschung auf international höchstem Niveau. In einer Festveranstaltung am 07. Dezember 2013 wird dieses Jubiläum mit internationalen KollegInnen aus Wissenschaft und Forschung in der Aula der Alten Universität gebührend gefeiert. Dabei wird neben einem geschichtlichen Rückblick vor allem ein Fokus auf die Zukunft der Augenheilkunde präsentiert, wenn die Grazer Wissenschafter und ihre internationalen KooperationspartnerInnen ihre aktuellen Forschungsergebnisse vorstellen.

150 Jahre Forschung am Puls der Zeit

Als 1863 die damalige medizinische Fakultät der Universität Graz gegründet wurde, erfolgte auch die Umgründung der damaligen „Augenabteilung“ in die nunmehrige Universitäts-Augenklinik.

Bereits früh erregten die Publikationen der jungen Universitäts-Augenklinik Graz das internationale Interesse. So gelang es beispielsweise im Jahre 1902 erstmalig in Zusammenarbeit mit der Firma Zeiss eine verwertbare Photographie des Augenhintergrundes zu erstellen. „Aufbauend auf die erfolgreiche Tradition betreibt die Universitäts-Augenklinik Spitzenforschung in verschiedenen innovativen Forschungsprojekten“, so Prof. Dr. Andreas Wedrich, Leiter der Universitäts-Augenklinik der Medizinischen Universität Graz. Jüngst erfolgte die Präsentation des MedEye-Trac – einer gemeinsamen Entwicklung der Medizinischen Universität Graz, TU Graz und M&R Automation GmbH Grambach. „Diese ausgezeichnete steirische Innovation erlaubt die patientInnenschonende Diagnose und Therapie von Augentumoren“, so Andreas Wedrich.

MedEye-Trac – eine ausgezeichnete steirische Innovation in Kooperation

MedEye-Trac ist eine Revolution in der Strahlentherapie bei Augentumoren. Bis dato ist die Strahlentherapie bei Augentumoren für PatientInnen schmerzhaft und unangenehm, da das Auge während der Behandlung fixiert werden muss. Die Augenmuskeln werden dazu unter Anästhesie mit chirurgischen Fäden an einem Rahmen festgehalten, der wiederum am Schädelknochen verschraubt wird. Mit dem MedEye-Trac wird zukünftig die invasive Fixierung des Auges überflüssig. Von Seiten der Med Uni Graz zeichnen für diese bahnbrechende Entwicklung verantwortlich: Prof. Dr. Karin Kapp (Projektinitiatorin) und Dr. Peter Winkler (Projektleitung), Univ.-Klinik für Strahlentherapie-Radioonkologie und die Tumorspezialisten der Universitäts-Augenklinik Prof. Dr. Gerald Langmann und OA Dr. Werner Wackernagel.

„Eine thermoplastische Gesichtsmaske genügt, um den Kopf des Patienten ruhig zu stellen. Die exakte Position und Blickrichtung des Auges wird während der gesamten Behandlung optisch – und damit berührungslos – kontrolliert“, so die WissenschafterInnen unisono. Da die exakte Position des Kopfes bzw. des Auges beliebig reproduziert werden kann ist es möglich, die Bestrahlung zukünftig auf mehrere Tage zu verteilen. „So werden Strahlenbelastung wie auch deren Nebenwirkungen am angrenzenden gesunden Gewebe so gering wie möglich gehalten“, erklären die Grazer WissenschafterInnen einen weiteren Vorteil der innovativen Technologie.

Durch seine hohe Präzision in der Bildgebung ist der MedEye-Trac neben dem Einsatz in der Strahlentherapie auch für andere Untersuchungen in der Augenheilkunde einsetzbar.

Funktionsweise des MedEye-Trac

Ein Infrarot-Kamera-System ermittelt die Relativposition der Augen im Verhältnis zu einer Sollposition am Kamerasystem, jedes Auge wird mit einer eigenen Kamera überwacht. Diese Positionsermittlung erfolgt vollautomatisch zehnmal pro Sekunde. Weicht der Blick der Patientin/des Patienten aus dem Toleranzbereich der Sollposition zu stark ab, wird das Bestrahlungsgerät im Bruchteil einer Sekunde automatisch abgeschaltet.

MedEyeTrac ist so konzipiert, dass es auch im CT und den starken Magnetfeldern des MR eingesetzt werden kann, sodass diese Innovation auch für die Diagnostik von großer Bedeutung ist.

Innovative Forschungsprojekte zum Jubiläum

Groß ist die Zahl der Forschungsprojekte an der Universitäts-Augenklinik Graz. Ein weiteres Highlight ist die erfolgreiche Forschung im Bereich der Entwicklung von elektronischen Retinaimplantaten. Diese künstlichen Netzhautimplantate ermöglichen Menschen, die das Augenlicht verloren haben, Schritt für Schritt wieder sehen zu können. In einem weiteren Schritt werden von den Grazer WissenschafterInnen spezielle Sehtest entwickelt, um die Bedeutung des „neuen Sehens“ besser abschätzen zu können.

Diese und weitere Forschungsergebnisse der Universitäts-Augenklinik der Medizinischen Universität Graz werden in der Festveranstaltung zum Jubiläum „150 Jahre Universitäts-Augenklinik Graz“ am 07. Dezember in der Aula der Alten Universität präsentiert.

Link: Festtagung 150 Jahre Universitäts-Augenklinik Graz

http://150jahre.augenklinikgraz.at

App-Download zur Tagung

 

Universitäts-Augenklink MUG/IS, springermedizin.at

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