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Augenheilkunde 11. Juli 2005

Uveitis - rote Augen sind ein Warnsignal

Rund 50.000 Österreicher leiden unter chronisch geröteten Augen. Bei etwa jedem zehnten verbirgt sich dahinter eine Uveitis, auf deren Konto immerhin 8 Prozent aller Erblindungsfälle gehen, warnten Augenfachärzte jüngst auf einer Pressekonferenz der Ärztekammer in Wien. 
"Zwar ist die Uveitis schon eher selten, trotzdem muss daran gedacht werden", sagte der Präsident der Ophthalmologischen Gesellschaft, Univ. Prof. Dr. Jürgen Faulborn. Wichtig sei eine möglichst rasche und frühzeitige Behandlung. 
Das Augeninnere stellt zwar einen immunologisch privilegierten Ort dar, warum es trotzdem zu Entzündungen kommen kann, ist immer noch Gegenstand der Forschung. 
"Wir unterscheiden zwischen einer vorderen, mittleren und hinteren Uveitis. Unterschiedlich wie Formen und Verlauf sind auch die Symptome, die von heftigen Schmerzattacken bis zu überhaupt keinen Beschwerden reichen, wobei uns die plötzlich einsetzende akute und sehr schmerzhafte Form wesentlich lieber ist, weil der Patient sofort zum Arzt geht", so Prof. Dr. Talin Barisani von der Wiener Universitäts-Augenklinik. 

Dramatische Folgen

Es können aber auch Hornhaut, Glaskörper, Netzhaut und Sehnerv mitbetroffen sein, häufige Komplikationen sind Katarakt, Glaukom sowie Netzhautablösungen. 
Nicht weniger als 60 Ursachen dieser Erkrankung sind bekannt. Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, aber auch Krankheiten wie eine rheumatoide Arthritis oder Multiple Sklerose können Auslöser sein, besonders häufig betroffen sind Patienten mit M. Crohn, Colitis ulcerosa oder M. Bechterew. Ein Großteil der Betroffenen ist unter 40 Jahre, rund 15 Prozent sind Kinder. 

"Bei Kindern unter 5 oder 6 Jahren wird die Uveitis deshalb oft übersehen, da sie eine Sehverschlechterung nicht berichten." Dies komme vor allem bei Kindern mit einer juvenilen chronischen Polyarthritis vor, Mädchen sind häufiger betroffen als Buben. Zu spät erkannte Infektionen führen bei chronischem Verlauf zu einer "schleichenden" Verschlechterung des Sehvermögens bis hin zu bleibenden Schäden, denn "Kinder können das Sehen noch verlernen".
"Je nach Ursache wird entweder mit Antibiotika, Virostatika, Kortison oder Immunsuppressiva behandelt", erklärte Univ. Prof. Dr. Yosuf El Shabrawi von der Universitäts-Augenklinik in Graz und appellierte vor allem auch an die Hausärzte, die Patienten zur Fortsetzung der begonnenen Therapie zu motivieren. "Bei Patienten mit PCP ist das Auftreten einer Uveitis Zeichen einer generalisierten Gefäßentzündung. Nichtbehandlung führt bei fast 45 Prozent zum Tod innerhalb der nächsten drei Jahre." Die Patienten bräuchten, wie alle chronisch Kranken, viel Zuspruch. 
Die Uveitis stellt an den niedergelassenen Augenarzt höchste Anforderungen, weiß der Wiener Augenarzt Dr. Herbert Schuster. Es bedürfe genauer Aufklärungsarbeit über die Notwendigkeit der vielen Untersuchungen zur genauen Diagnose der Krankheitsursache, einer genauen Überwachung der Therapie und psychischer Hilfe bei schweren Fällen mit Erblindungsangst. 

Die Kontaktadresse der Patienten-Selbsthilfegruppe lautet: Elisabeth Fida, 02853/72350, 
e-mail:

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