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© Fa. GEUDER,Hamburg
DMEK–Technik: Es wird nur mehr eine hauchfeine Spender-Hornhaut-Lamelle in zusammengerolltem Zustand durch eine kleine Kartusche mit winziger Öffnung eingebracht.
 
Augenheilkunde 14. Oktober 2013

Hornhaut – Fenster zur Welt

Hornhauttransplantation nach dem DMEK-Verfahren.

Verletzungen, schwere Entzündungen, eine komplikationsreiche Katarakt-Operation oder angeborene Schäden können die Hornhaut stark eintrüben oder vernarben. Die Folge ist eine schwere Sehbehinderung oder gar Erblindung. Eine irreparabel geschädigte Hornhaut kann jedoch durch eine Spenderhornhaut ersetzt werden.

Gründe für eine Hornhauttrübung können neben dem Alter auch Erkrankungen des Endothels an. Das Endothel ist dafür verantwortlich, dass sich die Hornhaut wie ein Schwamm mit Wasser füllt, dies führt in weiterer Folge zu einer Hornhauttrübung. Wenn das Endothel Schaden nimmt – diese Läsion kann entweder angeboren sein, als Hornhautdystrophie oder erworben, beispielsweise durch eine komplizierte Katarakt-Operation, wird die Hornhaut trübe.

DMEK versus DSAEK

Wie bei jeder Organtransplantation gibt es auch bei der Hornhauttransplantation ein gewisses Risiko der Abstoßung. Im Rahmen der diesjährigen Linzer ophthalmologischen Gespräche wurden nun die Erfolge der Hornhauttransplantation nach dem DMEK-Verfahren (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty), einer Operationstechnik, die das erwähnte Risiko deutlich senkt, vorgestellt. Dieses Verfahren wird am AKH Linz, das österreichweit die meisten Hornhauttransplantationen durchführt, und an den Universitätskliniken in Wien und Salzburg erfolgreich angewandt, während die Universitätskliniken in Innsbruck und Graz die DSAEK-Methode (Descemet’s Stripping Automated Endothelial Keratoplasty) bevorzugt anwenden.

Die lamellären Keratoplastiken wie die DMEK und die DSAEK haben die konventionelle perforierende Keratoplastik nahezu vollständig abgelöst. Irreversible Trübungen des Stromas kommen dank der lamellären Methoden nicht mehr vor.

Mit der DSAEK-Methode wird die erkrankte Descemet-Membran entfernt und eine Spender-Lamelle aus einem dünnen Teil des Hornhautstromas, der Descent-Membran und einer gesunden Innenschicht eingebracht. Dies geschieht mittels eines kleinen Schnittes, der nahtfrei heilt. Die transplantierte gesunde Innenschicht sorgt dafür, dass die Hornhaut wieder dünner und auch durchsichtiger wird.

Beim DMEK-Verfahren wird die pathologisch veränderte Endothelschicht entfernt und isoliert die Descemet-Membran mit einer gesunden Innenschicht transplantiert. Für den betroffenen Patienten hat diese Methode den Vorteil, dass eine schnellere und bessere Rehabilitation stattfindet, das postoperative Sehvermögen ist zumeist höher und durch die komplette anatomische Wiederherstellung kann eine bessere Optik erzielt werden. Prof. Dr. Siegfried Priglinger, Leiter der Augenklinik Linz, ist überzeugt, dass mit dieser Methode die Abstoßungswahrscheinlichkeit noch 25-mal geringer und der kleinere Operationsschnitt von etwa 2,5 mm ebenfalls vorteilhaft für den Heilungsprozess ist. Während nach der Operation mit der DSAEK-Methode meist harte Kontaktlinsen zur Erreichung eines ausreichenden Sehvermögens erforderlich waren, sei dies nach DMEK meist nicht mehr notwendig. Bei älteren Operationsmethoden wurde die gesamte Hornhaut transplantiert, was Nähte erforderlich machte und somit einen längeren Heilungsprozess bedingte.

„Auch international geht der Trend eindeutig in Richtung DMEK als empfohlenes Transplantationsverfahren der ersten Wahl bei endothelialen Erkrankungen. Nachteilig stellt sich aktuell noch die komplexe Operationstechnik dar, welche aufgrund längerer Operationszeiten auch entsprechende Umorganisationen in der OP-Planung notwendig machen. Auch sekundäre Eingriffe sind häufiger notwendig als bei anderen Techniken. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass das Angebot dieser Methode auch in nächster Zukunft auf spezialisierte Zentren beschränkt bleibt“, betonte Prof. Dr. Gerald Schmidinger vom Wiener AKH.

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