zur Navigation zum Inhalt
 
Augenheilkunde 18. Juni 2013

OPTIMA für OCT

MedUni Wien entwickelt neue Technologien für Netzhauttherapien.


An der MedUni Wien hat die Zukunft der Untersuchung und Behandlung von Netzhauterkrankungen schon jetzt begonnen: Im neuen Christian Doppler-Labor „OPTIMA“ (Ophthalmic Image Analysis) unter der Leitung von Ursula Schmidt-Erfurth, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde Optometrie, werden neue Technologien der optischen Kohärenztomographie (OCT) und Computerprogramme entwickelt, mit deren Hilfe es gelingen soll, die optimale Diagnose und somit erstmals auch ganz individuelle Therapiepläne zu erstellen. Größter öffentlicher Förderer des Programms ist das Wirtschaftsministerium.


Die besten Algorithmen wurden auf Basis der Ergebnisse der weltweit durchgeführten „View“-Studie von Wiener ForscherInnen entwickelt. Im Rahmen von „View“ waren 2.450 PatientInnen behandelt worden, die Netzhautdaten wurden im Vienna Reading Center (VRC) der MedUni Wien, das als internationale Analyse-Plattform fungierte, untersucht.

Nun werden weltweit weitere Studien durchgeführt und Aufnahmen mit einer noch höher entwickelten Tomographie-Technologie in das VRC gesendet. Das CD-Team im VRC entwickelt Analyseprogramme, die es den AugenärztInnen künftig ermöglichen werden, bei Netzhautuntersuchungen binnen Sekunden zehntausende Daten abzufragen. „Damit sind gleichzeitig die drei wichtigsten Schritte abgedeckt: die richtige Diagnose, die richtige Prognose und die adäquate Therapiekontrolle. Künftig werden wir nur therapieren, wenn es wirklich sinnvoll ist und dann auf die jeweiligen individuellen Bedürfnisse angepasst“, sagt Schmidt-Erfurth.“ Das ist Telemedizin auf höchstem Niveau.“

Gleichzeitig wird die Entwicklung einer neuen Technologie der optischen Kohärenztomographie (OCT) im Christian Doppler-Labor „OPTIMA“, das am Dienstag, 18. Juni 2013, offiziell eröffnet wurde, vorangetrieben – es handelt sich um das elfte CD-Labor an der MedUni Wien. Die nächste OCT-Generation und die Analyseprogramme könnten, so die Expertin, in zwei bis drei Jahren klinisch einsetzbar sein.

Verlaufskontrolle

Die Therapie von Netzhauterkrankungen erfolgt durch Injektionen von Antikörpern (anti-VGEF) ins Auge – und zwar nach einem empfohlenen strikten, monatlichen Injektionsrhythmus, der in der klinischen Routine nicht umsetzbar ist. Bisher war es nicht möglich gewesen, den individuell passenden und dem individuellen Verlauf der Erkrankung entsprechenden, richtigen Behandlungszeitpunkt zu ermitteln – das soll mit Hilfe der neuen Technologien aus Wien geschafft werden.

Die optische Kohärenztomographie – eine Entwicklung der MedUni Wien
Die OCT ist eine Bildgebungsmethode, deren physikalische Grundlagen an der MedUni Wien am Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik entwickelt und in Kooperation mit der Augenklinik für den Einsatz in der Ophthalmologie weiterentwickelt und optimiert wurde. Mit Hilfe der optischen Kohärenztomographie ist es möglich, Erkrankungen der Netzhaut im hochauflösenden Detail zu erkennen – und das bereits im Frühstadium: „Wir können damit non-invasiv direkt in die Netzhautschichten schauen und frühzeitig geringste Veränderungen entdecken.“ Die OCT ist ein bildgebendes Verfahren, das – ähnlich der Ultraschalltechnik, jedoch berührungslos – hochauflösende Schnittbilder von biologischem Gewebe ermitteln kann und wie eine „optische Biopsie“ angesehen werden kann. Damit lassen sich Erkrankungen der Netzhaut wie die altersbedingte Makuladegeneration, diabetesbedingte Erkrankungen oder Gefäßverschlüsse erkennen, bevor Symptome auftreten – und sind damit frühzeitig und gezielt behandelbar.

Förderung
Wirtschaftsministerium fördert Christian Doppler-Labors

Ermöglicht und gefördert wird die Einrichtung von CD-Labors an österreichischen Universitäten durch die Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG). Träger des Programms und wichtigster öffentlicher Financier ist das Wirtschaftsministerium (BMWFJ). Mit einer Förderung von rund vier Millionen Euro über die gesamte siebenjährige Laufzeit ist das OPTIMA-Labor eine der am höchsten geförderten Institutionen dieser Art. Grundsätzlich werden CD-Labors von der öffentlichen Hand und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben