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Augenheilkunde 9. Oktober 2012

Graz: Grauer Star-OP in der Tagesklinik

Grazer Universitäts-Augenklinik setzt bei Kataraktoperationen auf tagesklinische Eingriffe.

Am Grazer Universitätsklinikum sollen künftig der Großteil der Kataraktoperationen nur noch tagesklinisch - das heißt ohne stationären Unterbringung der Patienten - durchgeführt werden. Zurzeit liege die Quote bei rund 35 Prozent, nach dem bereits laufenden Umbau des gesamten zweiten Stocks der Augenklinik zum tagesklinischen Bereich will man auf 95 Prozent steigern, hieß es am Dienstag im Pressegespräch mit Vertretern des LKH-Universitätsklinikums und Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder.

In punkto des tagesklinischen Angebots hat der Rechnungshof im Vorjahr den steirischen Spitälern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: Die Steiermark lag mit einem Anteil an tagesklinischen Leistungen von 1,5 Prozent (2009) unter dem österreichweiten Durchschnitt (2,8 Prozent). Auch die Steigerungsraten der letzten Jahre waren mit 15,2 Prozent im Vergleich zu 70,1 Prozent österreichweit (2006 bis 2009) ebenfalls gering. Ziel der steirischen Gesundheitsreform sei es, den Anteil der tagesklinischen Leistungen an den Häusern der steiermärkischen Krankenanstaltsgesellschaft (KAGes) massiv zu steigern, so Edlinger-Ploder.

Seit 2004 werden an der Grazer Augenklinik rund 1.350 Operationen am Grauen Star bzw. 35 Prozent der Operationen tagesklinisch aufgeführt. Mit Jahresbeginn 2013 sollen 95 Prozent der Kataraktpatienten noch am selben Tag wieder nach Hause gehen können. Nur Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand sollen stationär aufgenommen werden, schilderte Prof. Dr. Christoph Faschinger, stellvertretender Vorstand der Augenklinik.

Gesamtes Stockwerk an Grazer Augenklinik wird tagesklinischer Bereich

Möglich werden soll diese Entwicklung durch die Umwandlung eines gesamten Stockwerks in einen tagesklinischen Bereich. Gleichzeitig wird der Bettenstand von derzeit noch 59 auf 44 Betten reduziert. "Solange die Betten da sind, werden sie auch gefüllt", begründete Edlinger-Ploder diesen Schritt. Durch die tagesklinische Versorgung sollen letztlich auch mehr Patienten operiert werden können, was wiederum zu einer Verkürzung der bisher durchschnittlich sechsmonatigen Wartezeit führen soll, so Pflegedirektorin Christa Tax. Geplant sei eine Steigerung von 3.600 auf 4.100 Eingriffe jährlich.

Die Grazer Augenklinik nimmt bei den Kataraktoperationen landesweit noch die beste Position ein. Laut RH-Bericht 2011 lag der Tagesklinikanteil nur bei 19,9 Prozent, österreichweit jedoch bei 24,8 Prozent. So sind im Jahr 2009 im LKH Bruck nur vier von 3.267 Operationen tagesklinisch durchgeführt worden. Im Zuge der Einrichtung des Krankenanstaltenverbundes Leoben-Bruck soll das Tagesklinikkonzept auch hier forciert werden, betonte Edlinger-Ploder.

  • Herr Dr. Kurt Göpel, 11.10.2012 um 20:06:

    „Ich selbst wurde bereits an beiden Augen operiert, jedesmal in einer gut organisierten Tagesklinik. 2 Stunden nach dem Eingriff war ich wieder zu hause und konnte nach 5 Tagen wieder meinen Praxisbetrieb aufnehmen. Die einzige Indikation für eine stat. Op sehe ich bei Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systemes“

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